Homeoffice

Arbeitstag besteht auch daheim aus acht Stunden

Jean Döscher (Grenzach-Wyhlen)

Von Jean Döscher (Grenzach-Wyhlen)

Do, 07. Mai 2020

Leserbriefe

Zu: "Ich arbeite ... gähn ... im Homeoffice", Beitrag von Michael Sträter (Politik, 30. März)
Bereits vor der Corona-Krise waren die Unternehmen auf dem Weg zu neuen Arbeitswelten. Einige davon taten sich schwer, da teilweise noch das Vertrauen in die Arbeitnehmer fehlte, dass diese den Herausforderungen dieser neuen Arbeitsweise gewachsen sind. Mit der aktuellen Situation wurde dieser Schritt nun, für einige Firmen unvorbereitet, erzwungen.

Ihre Berichterstattung trägt aus meiner Sicht nicht unbedingt dazu bei, dass das Vertrauen in die Mitarbeiter gerechtfertigt sein könnte, so wird von "sehr viel Freizeit", "Zeit zum Kochen", "Zeit für Sport", "Zeit für die Familie" et cetera gesprochen. Es wird natürlich schon Zeit – alleine durch den Wegfall des Arbeitsweges – gespart. Aber ansonsten besteht – oder sollte zumindest – der Homeoffice-Arbeitstag auch aus rund acht Stunden Arbeit bestehen. Danach oder auch zwischendrin – wobei sich dann der Feierabend natürlich nach hinten verschiebt – besteht die Möglichkeit, sich mit Freizeitaktivitäten zu beschäftigen.

Mit Blick in die Zukunft und eventuell weil auch der eine oder andere Mitarbeiter Gefallen an dieser Arbeitsweise finden könnte, wäre es aus meiner Sicht hilfreich, das Homeoffice als das darzustellen, was es ist: ein Arbeitstag, welcher es dem Arbeitnehmer ermöglicht, eine gewisse Flexibilität zu nutzen, an dem aber trotzdem eine Arbeitsleistung und Ergebnisse von ihm erwartet werden.

Jean Döscher, Grenzach-Wyhlen