Staufen

Arzt muss sich wegen womöglich falscher Masken-Atteste vor Gericht verantworten

Frank Schoch

Von Frank Schoch

Mi, 24. November 2021 um 13:43 Uhr

Staufen

Der Staufener Arzt Thomas Külken steht im Verdacht, falsche Masken-Atteste ausgestellt zu haben. Da er gegen einen Strafbefehlsantrag Einspruch eingelegt hat, kommt es zur Hauptverhandlung.

Die Ermittlungen im Fall des Staufener Arztes Thomas Külken sind offenbar ein gutes Stück vorangekommen. Nach monatelanger Arbeit von Staatsanwaltschaft und Polizei – diese hatten im Januar mit der Durchsuchung der Praxis in Staufen begonnen – hat die Staatsanwaltschaft Freiburg nun beim Amtsgericht Staufen Strafbefehlsantrag gestellt. Dem beschuldigten Allgemeinmediziner liegt zur Last, in 16 Fällen unrichtige Gesundheitszeugnisse ausgestellt zu haben, wie es in einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft heißt. Im Zeitraum von September 2020 bis Dezember 2020 soll der Beschuldigte Atteste ausgestellt haben, die jeweils die Patienten von dem Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie befreit hätten. In den Attesten soll er lediglich Beschwerden dokumentiert haben, welche die Ausstellung derartiger Atteste jedoch nicht gerechtfertigt hätten. Dass die Ermittlungen so viel Zeit in Anspruch nahmen, lag laut Erster Staatsanwältin Martina Wilke insbesondere daran, dass "jedes der Atteste einzeln untersucht werden musste. Das ist sehr aufwändig und hat einfach etwas länger gedauert".

Der Beschuldigte hat gegen den Strafbefehlsantrag, der die Zahlung einer Geldstrafe vorsah, Einspruch eingelegt. Deswegen ist nun eine Hauptverhandlungs am Amtsgericht Staufen nötig. Ein Termin dafür ist noch nicht bestimmt. Laut Staatsanwaltschaft ist es wahrscheinlich, dass es im Frühjahr zur Verhandlung kommt.

Die Praxis war auch nach der Durchsuchung im Januar weiter geöffnet. Zu der Frage, ob auch danach unerlaubt Atteste ausgestellt wurden, gibt es laut Staatsanwaltschaft keine Information. Bei der nun bevorstehenden Verhandlung geht es aber mutmaßlich allein um den Zeitraum September bis Dezember 2020.