Auch Staufener Wald steht unter Druck

Frank Schoch

Von Frank Schoch

Sa, 30. November 2019

Staufen

Forsthaushalt im Gemeinderat.

STAUFEN (ran). Wald und Forstwirtschaft stehen unter Stress, auch in Staufen. Seit Jahren, insbesondere aber seit den beiden vergangenen trockenen Sommern. Das Ergebnis für den Forsthaushalt 2018, das in der jüngsten Gemeinderatssitzung bekannt gegeben wurde, bewertet Herbert Stiefvater, Leiter des Forstbezirks Staufen, mit einem Überschuss von 73 000 Euro als "hervorragend". Die Bewertung steht vor dem Hintergrund des eingebrochenen Holzmarkts und der Zahlen für 2019, in dem von einer "schwarzen Null" auszugehen ist. Auch die Planung für 2020, die dem Gemeinderat vorgelegt wurde, kalkuliert mit einem Ergebnis von 3000 Euro. Dazu sind 6000 Festmeter als Einschlag vorgesehen, ob so viel Holz allerdings wirklich aus dem Wald geholt wird, liegt an dessen Qualität und an der Höhe der zu erzielenden Preise.

Die Bepflanzung und Bewirtschaftung des Waldes mit heimischen Arten sieht Stiefvater als eine Möglichkeit, um der negativen Entwicklung entgegenzuwirken. Eichen, aber auch Douglasien würden Hoffnung machen. Daneben verwies der Forstbezirksleiter auf eine Inventur im Wald und eine geplante Zieldiskussion mit Waldbesitzern im nächsten Jahr.

Eine Prognose bezeichnete Stiefvater als sehr schwierig. "Vielleicht wird es in den nächsten Jahren wieder kühler und feuchter. Aber langfristig wird es wärmer." Und das Waldbild werde sich verändern. Bei aller negativen Entwicklung war es ihm wichtig zu betonen, dass der Staufener Wald im Vergleich anderen Regionen relativ ordentlich dastehe, genannt wurde die Lage in Hartheim, wo die Kiefernbestände wohl komplett absterben werden.

Ein weiteres Problem stellt für den Forst die personelle Lage auf dem Arbeitsmarkt dar. "Nachwuchs zu gewinnen, gestaltet sich als sehr schwierig", so Stiefvater, der in diesem Zusammenhang auch von einer schlechten Bezahlung im öffentlichen Bereich – als Mitglied im kommunalen Arbeitgeberverband ist Staufen an den Tarifvertrag gebunden – sprach. Gleichwohl betonte der Förster: "Geld ist wichtig. Aber die Wertschätzung der Arbeit ist ebenso wichtig."

Sowohl das Ergebnis 2018 als auch die Planung für 2020 wurden einstimmig vom Gemeinderat gebilligt.