Warnung der DLRG

Auch wenn Eisflächen noch so verlockend sind: Das Betreten ist lebensgefährlich

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 13. Januar 2021 um 17:44 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt vor dem Betreten der Eisflächen, die sich gerade bilden. So verlockend das Eis auch sein möge, ein Spaziergang dort sei lebensgefährlich.

Die knackigen Minustemperaturen der vergangenen Nächte haben dafür gesorgt, dass insbesondere im Hochschwarzwald Seen teilweise zugefroren sind. Auch in den kommenden Tagen soll es laut Vorhersagen weiter frostig bleiben. Gleichzeitig zieht es in Zeiten von Corona immer mehr Menschen in die freie Natur. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt eindringlich vor dem Betreten der Eisflächen. So verlockend die Eisdecke auch sein möge, ein Spaziergang darauf sei lebensgefährlich, warnen die Wasserretter des Bezirks Breisgau.

Generell gilt, so die DLRG, ein zugefrorenes Gewässer sollte immer erst dann betreten werden, wenn es offiziell dafür freigegeben ist. Die Eisdecke sei zwar vielerorts schon mehrere Zentimeter dick, dennoch können Lufteinschlüsse oder wärmere Strömungen unter der Eisdecke deren Stabilität erheblich verringern. Auch Schnee und bewachsene Uferzonen veränderten die Tragfähigkeit des Eises. Das sollte erst ab einer Dicke von ungefähr 15 Zentimetern, bei fließenden Gewässern von mindestens 20 Zentimetern freigegeben werden, lautet die Empfehlung des DLRG-Bundesverbands.

"Knackt das Eis, sollte man sich sofort flach auf den Bauch legen und vorsichtig in Richtung Ufer rutschen."

Mirco Bahr
"Knackt das Eis, sollte man sich sofort flach auf den Bauch legen und vorsichtig in Richtung Ufer rutschen", rät Mirco Bahr, Leiter Einsatz des DLRG-Bezirks Breisgau, wie man sich bei einem Unglücksfall verhalten sollte. "Ist jemand eingebrochen, müssen alle Beteiligten sehr umsichtig handeln, denn der Einbruchstelle sollte man sich nur sehr vorsichtig nähern. Auch ein umgedrehter Schlitten, eine Leiter oder ein Seil sind bei einem Eiseinbruch geeignete Hilfsmittel", erklärt Bahr. Noch bevor man selbst zur Tat schreite, sollte man die Rettungskräfte über den Notruf 112 alarmieren. Im Notfall sei schnelle Hilfe geboten, der Verunglückte drohe schnell zu unterkühlen. Nach der Rettung aus dem Eis sollte sich der Patient in einem beheizten Raum langsam aufwärmen und sich grundsätzlich in ärztliche Behandlung begeben, schreibt die DLRG. Darüber hinaus weist sie darauf hin, dass bei einem Eisunfall stets auch Einsatztaucher alarmiert werden sollten: "Nur so ist gewährleistet, dass, falls die eingebrochene Person unter die Eisfläche gerät, nicht wertvolle Zeit verloren geht", so Bahr.