Diakonissen-Mutterhaus

Auf St. Chrischona wird für alle Generationen und Lebensmodelle gebaut

Annette Mahro

Von Annette Mahro

Di, 13. August 2019 um 15:02 Uhr

Basel

Bis 2022 entsteht beim Bettinger Diakonissenmutterhaus aus dem St. Chrischona-Hügel bei Basel ein generationenübergreifender Wohnpark. Der Bau hat nun begonnen.

Bis 2022 soll beim Bettinger St.-Chrischona-Mutterhaus (DMH) ein generationenübergreifender Wohnpark entstehen. Die Diakonissen hätten in vier Generationen Ersparnisse für den eigenen Lebensabend zurückgelegt, erklärte DMH-Geschäftsführer Joachim Rastert beim symbolischen ersten Spatenstich. Bereits 2013 war beschlossen worden, das Geld in den Bau neuer Gebäude auf dem Chrischona-Hügel fließen zu lassen. "Wir wollen hier Erfahrungen in gelebter Gemeinschaft weitergeben", sagt Oberin Schwester Ursula Seelbach.

Das Wohnmodell richte sich bewusst an verschiedene Lebensmodelle, erklärt Rastert. Familien seien ebenso willkommen wie Alleinstehende, Verwitwete oder Alleinerziehende. Es gelte der Vereinsamung entgegenzuwirken. "Und das geht auch mit lockereren Lebensformen als der schwesterlichen Gemeinschaft."
Das Diakonissen-Mutterhaus (DMH) versteht sich als ein christliches Werk. Es ist seit 1925 überwiegend im deutschsprachigen Raum tätig, in Lörrach unter anderem mit einer Altenpflegeschule. Neben derzeit noch etwa 80 Diakonissen sind rund 110 Angestellte beschäftigt. Das DMH geht zurück auf die 1840 durch den Deutschen Christian Friedrich Spittler auf dem St. Chrischona gegründete evangelisch-pietistische Pilgermission.

Ein erstes, den bestehenden Bauten vorgelagertes Projekt, wurde verworfen. Der neue Entwurf des Basler Büros Flubacher Nyfeler Architekten sieht stattdessen eine Verdichtung des Bestehenden vor. Einzelne Bauten werden abgerissen, darunter der einstöckige jetzige Esstrakt der Schwestern, wo ein Restaurant für Bewohner und Besucher vorgesehen ist, nicht aber das denkmalgeschützte Pilgerhaus. Drei drei- und vierstöckige Wohnbauten mit 30 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen entstehen. 26 Ein-Zimmer-Appartements gibt es schon heute.

Vorgesehen ist, dass die neuen Bewohner je nach Bedarf auch Dienstleistungsangebote von der Wäscherei bis zu Reinigungsdiensten nutzen können. Das Altenheim mit 40 Plätzen wird nicht erweitert; neu entsteht jedoch eine Kindertagesstätte.

Wert gelegt wurde auf ökologisches Bauen, die Häuser sollen mit Photovoltaikanlagen ausgestattet und zu 80 Prozent mit nachwachsenden Rohstoffen beheizt werden. Bis zu 200 Menschen sollen am Ende hier oben leben und die im gehobenen Standard ausgestatteten Wohnungen nutzen. Wer von dem Angebot Gebrauch machen will, muss es sich allerdings leisten können. So ist für die 65 bis 120 Quadratmeter großen Wohnungen eine Kaltmiete von 21 bis 23 Franken pro Quadratmeter vorgesehen, was einer maximalen Miete von 2760 Franken entspricht. Über das Investitionsvolumen will Rastert keine Aussage machen.