Wohnraum

Auggener Gemeinderat verhindert weitere Verdichtung im Ortskern

Beatrice Ehrlich

Von Beatrice Ehrlich

Mi, 16. September 2020 um 16:43 Uhr

Auggen

Der Bebauungsplan "In der Höll" in Auggen soll Grünflächen im Ortskern sichern. Der Gemeinderat stellte sich die Frage, wie weit Innenverdichtung gehen soll.

Wie weit soll Innenverdichtung gehen? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Dienstag der Gemeinderat in Auggen. Das Meinungsbild ist eindeutig: Ohne Gegenstimmen und Enthaltungen votierte der Rat für die Aufstellung eines Bebauungsplans und schob damit künftigen Bauaktivitäten im Bereich "In der Höll" im historischen Dorfkern einen Riegel vor.

Eine dem Gemeinderat vorliegende Bauvoranfrage, die sich auf den entsprechenden Bereich bezieht, wurde in der Folge vorerst zurückgestellt. Darin geht es um die geplante Umnutzung einer Scheune zu Wohnungen oder zu einer Seniorenwohngemeinschaft und die Errichtung der dafür benötigten Autostellplätze auf einem benachbarten Gartengrundstück. Beide Grundstücke befinden sich derzeit im unbeplanten Innenbereich, berichtete Bauamtsleiter Michael Simon. Danach seien Vorhaben zulässig, wenn sie sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen und die Erschließung gesichert ist.

Verdichtung könnte noch mehr Verkehr in die Gasse ziehen

Um den Erhalt der wenigen noch unversiegelten Gartengrundstücke in diesem Gebiet auch in Zukunft sicherzustellen, hat sich die Gemeinde für die Aufstellung eines Bebauungsplans entschieden. Gründe dafür gibt es viele, sie alle werden in der Verwaltungsvorlage genannt: die Anforderungen an gesunde Wohnverhältnisse, die Verbesserung des Mikroklimas in heißen Sommern und die Versickerung von Niederschlagswasser in dem außerordentlich dicht bebauten Gebiet. Bauamtsleiter Michael Simon wies aber auch darauf hin, dass durch die Errichtung weiterer Stellplätze Verkehr in die sehr enge Gasse "In der Höll" gezogen werde. Die Gasse habe eine Breite von lediglich drei Metern, dort kämen keine zwei Fahrzeuge aneinander vorbei. Durch die in der Bauvoranfrage genannten acht zusätzlichen Stellplätze würde sich der Fahrzeugverkehr im Vergleich zu heute mehr als verdoppeln. Auch Bürgermeister Fritz Deutschmann schaltete sich ein. "Innenverdichtung ist da gut, wo es passt", gab er zu bedenken. Im städtebaulich heiklen Gebiet "In der Höll" sei das aufgrund der hohen Versiegelung nicht der Fall.

Mit seinem Beschluss machte der Gemeinderat den Weg frei für die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens, in dem die städtebaulichen Zielsetzungen der Gemeinde für das Gebiet "In der Höll" planerisch festgesetzt werden. Entsprechend der vorwiegend landwirtschaftlichen Nutzung soll dort ein Dorfgebiet festgesetzt, die beiden bisher unbebauten Grundstücke als private Grünflächen festgeschrieben werden. Bei den Gemeinderäten stieß dieser Beschlussvorschlag auf uneingeschränkte Zustimmung.