Investitionen im Sand

Israel will Negev-Wüste aufblühen lassen

Inge Günther

Von Inge Günther

Mi, 19. Juni 2013

Ausland

Beduinenfamilien könnten die Leidtragenden sein. Denn 40 Prozent der fast 200 000 Beduinen im Negev ziehen das Leben nach eigener Fasson in den verstreuten Dörfern vor und wollen nicht in Städten leben. Doch der Staat möchte das nicht tolerieren.

Von Weitem sind die Beduinendörfer ein malerischer Anblick. Schwarze Zelte schmiegen sich ins sandige Geröll des Negev. Schafherden knabbern an spärlichem Gewächs. Erhaben stehen meist auch ein paar Kamele in der kargen Wüstenlandschaft umher. Erst beim Näherkommen wird die Entbehrung unübersehbar. Schniefende Kinder ohne Schuhe. Zusammengeschusterte Hütten, wie man sie aus Slums kennt. Trinkwasserbehälter, die über holprige Fahrspuren kilometerweit herbeigekarrt werden müssen. Strom, der nicht aus der Steckdose kommt, sondern von knatternden Dieselmotoren erzeugt wird oder – eine echte Errungenschaft – von Solarpanelen, die vor Wellblechbaracken glänzen.

Die Zeit macht auch vor Beduinen nicht halt. Labad Abu Afasch hat sich schon per Handy erkundigt, wo denn die Gäste bleiben. Den süßen Tee, den der Scheich auf der offenen Kochstelle bereitet, ist längst fertig. Abu Afasch ist Dorfvorsteher von Wadi Al-Naam, der mit 10 000 Einwohnern größten Ansiedlung unter ...

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