Nordkorea

Zwischen Witzfigur und Schreckgestalt: Kim Jong-un

Thomas Steiner

Von Thomas Steiner

Sa, 13. April 2013 um 00:00 Uhr

Ausland

Babyface und ausrasierte Seiten, die Inszenierung der Macht und rationales politisches Kalkül: BZ-Redakteur Thomas Steiner über die groteske Erscheinung des nordkoreanischen Diktators.

Im vergangenen Jahr noch brachte man Kim Jong-un Wohlwollen entgegen. Da besuchte er mit seiner Frau den Vergnügungspark in Pjöngjang und probierte vergnügt die Fahrgeschäfte aus. Dieses Jahr aber zeigt Nordkoreas Diktator mit dem Babygesicht eine ganz andere Seite: Mit einem Atomwaffentest und kriegerischer Rhetorik hat er die Welt in Angst versetzt. Und so wandelte Kim Jong-un sich zu einer grotesken Erscheinung zwischen Witzfigur und Schreckgestalt. Nicht zuletzt, weil man wenig weiß über ihn, gibt es viel Raum für Assoziationen.

Babyface: Wie alt Kim Jong-un ist, steht nicht genau fest. Sein Geburtsjahr wurde von Nordkorea erst mit 1983, später mit 1982 angegeben. Danach wäre er jetzt mindestens 30. Doch er hat – wie der berühmte Gangster "Babyface Nelson" – das Aussehen eines kleinen, dicken Kindes, mit kurzen Gliedmaßen und Pausbacken. Schon das macht es schwer, in ihm mehr als einen Jungen zu sehen, der mit Raketenattrappen spielt. Und doch scheint er – jetzt oder bald – Macht über einsatzfähige Nuklearsprengköpfe zu haben. Weiß er, was er in den Händen hält? Kann man mit so einem unheimlichen Kind reden?

Die Frisur: Im Dezember 2011 war Kim Jong-un noch der Thronfolger seines ...

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