Babyboom in Baden-Württemberg

kna

Von kna

Sa, 04. Juli 2020

Südwest

So viele Kinder geboren wie zuletzt in den 90er Jahren / Stadt Freiburg weit hinten im Ranking.

(epd/BZ). Im Südwesten kamen vergangenes Jahr so viele Kinder zur Welt wie seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht. 109 000 Kinder seien lebend geboren worden, so das Statistische Landesamt. Das sei eine seit 1998 unerreichte Zahl. Eine Frau habe im Schnitt 1,57 Kinder – der dritthöchste Wert seit 1974. Allerdings reiche das nicht, um den Bestand der Bevölkerung zu erhalten, sieht man von der Zuwanderung ab. Hierzu wäre eine Geburtenrate von 2,1 notwendig.

Als eine Ursache für den Babyboom machen die Statistiker die hohe Zuwanderung der vergangenen Jahre aus. Ausländische Frauen bringen demnach im Schnitt 1,95 Kinder zur Welt, Frauen mit deutschem Pass 1,48. Hinzu komme, dass die Kinder der Babyboomer aus geburtenstarken Jahrgängen Anfang der 1960er-Jahre nun selbst Familien gründeten. Auch spielten die verbesserte Kinderbetreuung sowie die lange guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine Rolle.

Spitzenreiter war der Landkreis Biberach mit einer Geburtenrate von 1,81, gefolgt vom Stadtkreis Pforzheim (1,78). Hinten rangieren die Stadtkreise Heidelberg (1,17), Karlsruhe (1,26) und Freiburg (1,28). Generell sei die Geburtenrate auf dem Land höher. In Unistädten sei sie sehr niedrig, "weil dort viele jüngere Frauen leben, bei denen Studium und Berufseinstieg im Vordergrund steht". Tendenziell sinke die Zahl der Kinder mit steigendem Bildungsniveau der Frauen.