Badespaß nur nach Anmeldung

Susann Duygu-D’Souza

Von Susann Duygu-D’Souza

Sa, 11. Juli 2020

Waldshut-Tiengen

So funktioniert derzeit ein Besuch im Freibad in Waldshut und in Tiengen / Online-Reservierung und viel Platz.

. Seit rund zwei Wochen sind die Freibäder in Waldshut und Tiengen geöffnet. Damit gehören sie zu den wenigen in der Region, die trotz Corona-Krise unter strengen Hygiene- und Sicherheitsauflagen Badespaß und Abkühlung ermöglichen. Doch spürt der Besucher eigentlich etwas von den Auflagen? Und wie groß sind die Einschränkungen? Wir haben es getestet.

Schon beim Kartenkauf gibt es einen großen Unterschied zur Zeit vor der Pandemie. Konnte man vor Corona einfach spontan zum Freibad fahren, um dann direkt vor Ort am Kartenhäuschen ein Eintrittsticket zu erwerben, müssen die Plätze nun vorab online reserviert werden. Denn die Besucherzahl ist pro Freibad begrenzt.

So dürfen sich in Tiengen derzeit nur maximal 175 Gäste gleichzeitig im Bad aufhalten, in Waldshut sind es 152. Online reservieren kann man für maximal sechs Personen. Zudem gibt es derzeit drei Zeitzonen, die buchbar sind: Morgens von 10 bis 13 Uhr, mittags von 13.30 Uhr bis 16.30 und abends von 17 bis 20 Uhr. Zwischen den einzelnen Zeiten muss die Anlage eine halbe Stunde lang geputzt und desinfiziert werden. Dazu muss das Bad geräumt werden.

Die Online-Reservierung funktioniert von Laptop oder Computer relativ einfach, auf meinem Handy aber gab es Probleme mit der Darstellung der Seite, weshalb ich über den Computer reserviere. Auf der Internetseite http://www.vitalwerk-wt.de rufe ich unter dem Punkt "Reservierung" die Seite auf. Dort gibt es ein Video, in dem erklärt wird, wie alles funktioniert. Aber auch ohne Video ist das Buchen einfach. Ich entscheide mich für die Zeitzone am Dienstag von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr, gebe Namen, Adresse und E-Mail an und die Namen der Personen, die mich begleiten. Auch Babys und Kleinkinder müssen angemeldet werden. Ich buche für meine Tochter (2), zwei meiner Freundinnen plus ihre Kinder und mich. Insgesamt sind wir also zu sechst, mehr Reservierungen sind auf eine Person auch nicht möglich. Nur wenige Minuten später erhalte ich eine Bestätigungsmail und schließe damit die Reservierung ab. Ich erhalte einen QR-Code, den wir an der Kasse zeigen müssen.

Kurz nach 14 Uhr erreichen meine Tochter und ich dann das Freibad. Am Eingang stehen Hinweisschilder, die auf den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern hinweisen sowie auf die Maskenpflicht, die am Eingangsbereich und bei den Sanitäreinrichtungen gilt, nicht aber im Becken oder auf der Wiese. Ich lasse mein Handy mit dem QR-Code scannen und zahle dann den Eintritt von 3,50 Euro, für meine Tochter muss ich nichts bezahlen.

Nur wenige Decken und Handtücher anderer Badegäste liegen auf der großen Wiese direkt neben dem Rhein. Meine Freundinnen sind schon da, ihnen habe ich vorher den jeweiligen QR-Code zugeschickt. Am Platz angekommen, fackelt meine Tochter nicht lang, schnell schlüpft sie aus ihrem Kleidchen (was plötzlich auch ohne Hilfe von Mama geht) und rennt schon auf das große Becken zu. Schnell Schwimmflügel und -windel angezogen und los geht’s. Zuerst ins Babybecken, das seit wenigen Tagen jetzt auch geöffnet haben darf. Danach kühlen wir uns noch im großen Becken ab, das allerdings zur Hälfte gesperrt ist. Im Schwimmerbecken gibt es nur wenige Badefreunde, die sich bei 23 Grad Wassertemperatur abkühlen. Dennoch achtet der Bademeister genau darauf, dass der Abstand eingehalten wird – vor allem bei den Schwimmern. Ein bisschen komisch ist schon, dass nur so wenige Gäste da sind, aber dafür haben wir alle jede Menge Platz zum Toben und Planschen.

Nach zwei Stunden baden, auf der Wiese rumrennen und picknicken – der Kiosk ist übrigens in Waldshut, anders als im Tiengener Bad, geöffnet, allerdings mit Maskenpflicht, packen wir langsam die Sachen zusammen. Gegen 16.15 Uhr erinnert einer der Schwimmmeister dann auch die Besucher daran, dass sie das Bad bald verlassen müssen. Wir ziehen uns also schnell um, schaukeln noch eine Runde, setzen dann die Maske auf und machen uns auf den Heimweg. Schon vor der Tür warten neue Gäste, die aber erst um 17 Uhr ins Bad dürfen.

Fazit: Wir sind alle froh, dass das Bad in Waldshut geöffnet hat. Die Online-Reservierung ist – wenn man einen Computer oder Laptop nutzt – kein Problem, wegen der wenigen Besucher gibt es genügend Parkplätze sowie auch Platz im Freibad und eine Maske haben wir derzeit eigentlich auch immer dabei.

Besucherzahlen und Eintritt: Der besucherstärkste Tag im Zeitraum vom 24. Juli bis 6. Juli war im Tiengener Freibad der 5. Juli mit 349 Besuchern, in Waldshut war es der der 4. Juli mit 253 Besuchern. Laut Betreiber, der Stadtwerke GmbH, ist das Mittagszeitfenster immer am besten besucht und bei gutem Wetter sogar ausgebucht. Waren zur Eröffnung der Freibäder lediglich 114 Besucher in Waldshut und 130 in Tiengen erlaubt, sind es seit dem 3. Juli 152 Besucher in Waldshut und 175 in Tiengen. Insgesamt dürfen bei den drei Zeitfenstern pro Tag demnach in Waldshut 456 Besucher das Bad nutzen, in Tiengen 525. Zudem wurden auch am 3. Juli die Baby-Planschbecken geöffnet. Der Eintritt pro Zeiteinheit beträgt für Erwachsene 3,50 Euro. Seit Kurzem gibt es in den Freibädern auch 10er-Karten. Damit und mit der Reservierung (QR-Code) können die Badegäste schneller ins Bad. Die Expresskasse hat zu den beiden Mittagszeitfenstern (13.30 und 17 Uhr) zusätzlich zur eigentlichen Kasse geöffnet.