Befragung

Basel ist für Jugendliche etwas weniger attraktiv geworden

sda

Von sda

Mo, 27. Juni 2022 um 17:53 Uhr

Basel

Bei der jüngsten Befragung von Jugendlichen in Basel zeigt sich, dass der Eindruck der Jugendfreundlichkeit der Stadt etwas abgenommen hat. Die Zufriedenheit der Jugendlichen ist aber insgesamt hoch.

Der Kanton Basel-Stadt hat offenbar bei der Jugendfreundlichkeit etwas an Attraktivität verloren. Das legt die vierte Jugendbefragung im Stadtkanton nahe, deren Ergebnisse das Präsidialdepartement am Freitag veröffentlicht hat. Befragt hatte das Statistische Amt vergangenen September rund 850 junge Menschen im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren. Der Anteil der Jugendlichen, die Basel-Stadt als "sehr" oder "eher jugendfreundlich" empfinden, nahm demnach gegenüber der letzten Befragung vor vier Jahren von 90 Prozent auf 83 Prozent ab.

Die Jugendlichen in Basel-Stadt sorgen sich am meisten um die Themen Schulen, Umwelt und Rassismus, wie die Befragung ergab. Mit 60 Prozent landete das Thema "Schule und Ausbildung" auf dem ersten Platz des Sorgenbarometers der Jugendlichen, gefolgt von "Umwelt, Natur, Klima und Nachhaltigkeit" mit 49 Prozent und "Rassismus" noch mit 48 Prozent.

Wunsch nach mehr ungestörten Orten

Der Einfluss der Pandemie lasse sich im Rahmen der Jugendbefragung nicht genau identifizieren, teilte das Präsidialdepartement mit. Allerdings hätten die Jugendlichen den Lockdown an den Schulen Anfang 2020 als Hindernis auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf bewertet.

Gegenüber der letzten Befragung 2017 sind weniger Jugendliche der Meinung, dass es genügend Orte für sie gibt, an denen sie sich ungestört von den Eltern und anderen Erwachsenen aufhalten können. Bewerteten 2017 noch 59,5 Prozent der Befragten das Angebot als genügend, waren es dieses Mal nur noch 47,9 Prozent, die damit zufrieden waren.

Weiterhin leben 95 Prozent der Jugendlichen sehr oder eher gern in Basel, wie die Umfrage ergab, was ein hoher Wert ist und dann auch wieder für die Zufriedenheit der jungen Leute spricht. Das Rheinufer ist nach wie vor der beliebteste Ort, gefolgt vom eigenen zu Hause.

Rund ein Drittel treibt täglich Sport

Seit 2017 hat die Gesamtzufriedenheit der Jugendlichen aber um drei Prozentpunkte auf 95 Prozent abgenommen. Das Freizeitverhalten der Jugendlichen hat sich in den zurückliegenden Jahren kaum verändert. Sie beschäftigen sich am häufigsten mit Online-Medien. Unverändert 84 Prozent der Jugendlichen gaben an, täglich im Internet zu sein. Zwischen sieben und acht von zehn Jugendlichen geben zu ihren regelmäßigen Beschäftigungen an, täglich Musik zu hören und zu "chillen".

Rund ein Drittel der Jugendlichen treibt täglich, rund zwei Drittel mindestens einmal pro Woche Sport. Zudem hat die Jugendbefragung ergeben, dass männliche Jugendliche sich signifikant sicherer als ihre weiblichen Altersgenossinnen fühlen, wenn sie alleine unterwegs sind.