Cessna 185

Auszubildende von Jet Aviation haben ein altes Flugzeug restauriert

Michael Baas

Von Michael Baas

Fr, 26. April 2019 um 15:00 Uhr

Basel

Auszubildende von Jet Aviation am Euroairport Basel-Mulhouse haben ein Flugzeug für humanitäre Einsätze restauriert. Bis vor kurzem flog es in Indonesien, nun steht sie im Museum.

Die Wartung von Geschäfts- und Privatflugzeugen und deren Ausbau ist eine wirtschaftliche Säule des Euroairportes (EAP) neben dem Passagier- und Frachtverkehr. Jet Aviation wiederum ist eine Keimzelle dieser industriellen Aktivitäten. Seit 1967 ist die seit Ende 2008 zum US-Konzern General Dynamics gehörende Firma vor Ort. Nach eigenen Angaben beschäftigt sie am EAP derzeit mehr als 1400 Mitarbeitende und ist der größte Arbeitgeber da. Das Spektrum reicht dabei von mehrjährigen Ausbauprojekten von Großraumjets wie der Boeing 747 bis zur Wartung kleiner Privatjets und gegebenenfalls deren Restaurierung.

Der Oldtimer war 49 Jahre im Einsatz

Ein solches Projekt haben zehn Auszubildende von Jet Aviation nun mit der internationale Hilfs- und Entwicklungsorganisation Mission Aviation Fellowship (MAF) für das Verkehrshaus Schweiz realisiert, teilen beide mit. Konkret ging es um ein stillgelegtes Wasserflugzeug der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von Kriegsveteranen als Beitrag zur Friedenssicherung gegründeten, christlich motivierten Organisation. Diese Cessna 185 Hyrdoplane ist in dem Luzerner Museum nun in der Ausstellung "Die Schweiz fliegt!", die diverse Jubiläen wie 100 Jahre Luftfahrt in der Schweiz beleuchtet, zu sehen.

Die Auszubildenden haben den Oldtimer, der 49 Jahre im Einsatz war und Anfang März demontiert in einem Container nach Basel gekommen war, mit MAF-Mitarbeitern für diese Ausstellung zunächst restauriert, die Flügel wieder an- und den Motor wieder eingebaut, das Ganze nach Luzern transportiert, da erneut zusammengebaut und auf einer schwimmenden Plattform montiert.

Einblick in ein faszinierendes Feld der Luftfahrtindustrie

Die Cessna 185 war bis vor kurzen in schwer zugänglichen Gebieten in Indonesien, genauer in Kalimantan, dem früheren Borneo im humanitären Einsatz und hat mehr als 23.000 Flugstunden absolviert. Es sei nicht üblich, dass Auszubildende die Möglichkeit haben, an kleinen Propellerflugzeugen zu arbeiten, schildert Lukas Dill, ein früherer MAF-Pilot und jetzige Leiter des Qualitätsmanagements bei Jet Aviation in Basel. Zudem biete die Maschine mit ihrem Hintergrund einen "großartigen Einblick in ein faszinierendes Feld der Luftfahrtindustrie." Jet Aviation konnte den Lehrlingen darüber am praktischen Beispiel verdeutlichen, wie die Luftfahrt der Gesellschaft zugute komme, erklärt der Chef der Basler Niederlassung Dirk Sapatka das. Mission Aviation Fellowship hat inzwischen übrigens 128 Flugzeuge in 26 Ländern stationiert, um Menschen zu helfen.
Ausstellung: Verkehrshaus der Schweiz, täglich 10 bis 18 Uhr, Luzern, Lidostraße 6