Zuschüsse

Die Schweiz gibt 200 Millionen Franken für Verkehrsprojekte im Dreiland

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 21. Juni 2019 um 10:57 Uhr

Basel

Bahnanbindung des Euroairports, Taktverdichtung der S-Bahn zwischen Basel und Lörrach, Ausbau und Elektrifizierung der Hochrheinstrecke: Mit 200 Millionen Franken unterstützt die Schweiz Verkehrsprojekte im Dreiländereck.

Dies hat das Schweizer Parlament am Freitag mit deutlicher Mehrheit beschlossen, heißt es in einer Mitteilung der Geschäftsstelle von Agglo Basel. Mit dem Bewilligen umfangreicher Mittel für den Ausbau der trinationalen S-Bahn anerkenne der Schweizer Bund die regionalen Planungen zur Stärkung des Nahverkehrsangebotes auf der Schiene verbindlich, heißt es in der Mitteilung. Nach dem Beschluss des Bahn-Ausbauschrittes 2035 plant und finanziert die Eidgenossenschaft verschiedene Infrastrukturprojekte auf Schweizer Gebiet und beteiligt sich überdies an den Kosten für grenzüberschreitende Projekte im Raum Basel. So könne die Basler S-Bahn zukünftig ein attraktives Angebot erbringen, welches den Mobilitätsbedürfnissen in der prosperierenden trinationalen Agglomeration Basel gerecht werden kann, schreibt Emanuel Barth, Leiter von Trireno, unter dem die trinationale S-Bahn Basel firminiert.

Projekte auf Schweizer Boden
Der Schweizer Bund finanziert und realisiert im Raum Basel bis 2035 unter anderem den Ausbau der Publikumsanlagen in den Bahnhöfen Basel SBB (356 Millionen Franken) und Basel Badischer Bahnhof (CHF 38 Millionen Franken), um den hindernis- und barrierefreien Zugang zu Bahnsteigen und Zügen zu verbessern, die neue S-Bahn-Haltestelle Basel Solitude unweit des Hauptsitzes des Pharmakonzerns Roche (27 Millionen) sowie den Kapazitätsausbau auf der Strecke Delémont–Basel (134 Millionen), was für die S-Bahn den 15 Minuten-Takt zwischen Basel SBB und Aesch ermöglicht und für den Fernverkehr den Halbstundentakt Basel–Delémont–Biel mit stündlicher Verlängerung bis Genf.

Projektierung des "Herzstücks"
Für die zentrale Infrastrukturmaßnahme der trinationalen S-Bahn Basel, das "Herzstück", also die unterirdische Verknüpfung von Badischem und Bahnhof SBB, hat das Schweizer Parlament 100 Millionen Franken für die Projektierung beschlossen, obwohl diese in der Vorlage des Bundesrates noch nicht enthalten waren. "Damit sind für dieses wichtige Projekt sämtliche Arbeiten bis zur Baureife über den Ausbauschritt 2035 finanziert", hält Barth fest. Die Finanzierung der Baukosten könne aufgrund des späteren Realisierungshorizontes über den nächsten Ausbauschritt erfolgen, ohne dass die Umsetzung des Vorhabens verzögert wird.

Grenzüberschreitende Projekte
Neben den Maßnahmen auf Schweizer Territorium hat das Schweizer Parlament auch einen Beitrag von 200 Millionen an drei grenzüberschreitende Projekte im Raum Basel eingestellt, deren Kosten sich insgesamt auf deutlich mehr als 500 Millionen Franken belaufen: die Bahnanbindung des Euroairports Basel-Mulhouse einschließlich der neuen Haltestelle Basel Morgartenring, die Verdichtung des Angebots auf der Regio-S-Bahn-Linie S 6 (Basel-Zell) im Abschnitt Basel Badischer Bahnhof bis Lörrach Hauptbahnhof auf vier Züge pro Stunde sowie den Ausbau und Elektrifizierung der Hochrheinbahn von Basel Badischer Bahnhof über Waldshut nach Erzingen. Der Betrag, den die Schweiz ausrichten wird, sei jeweils noch mit den französischen und deutschen Projektträgern zu vereinbaren, heißt es weiter in der Mitteilung.

Trireno begrüßt Beschluss
Trireno begrüßt darin den Beschluss des Schweizer Parlamentes ausdrücklich. Auch wenn nicht alle geforderten Maßnahmen berücksichtigt wurden – darunter besonders die mangelnde Streckenkapazität zwischen Pratteln und Rheinfelden/Schweiz, ermöglichten die vorgesehenen Maßnahmen eine wesentliche Verbesserung des Angebotes der trinationalen S-Bahn Basel. Mit dichteren Takten, neuen Direktverbindungen und zusätzliche Haltestellen könne die S-Bahn künftig als leistungsfähiges, effizientes und attraktives Verkehrsmittel ihrer zentralen Funktion für die Mobilität in der trinationalen Agglomeration noch besser gerecht werden.