Gratis-Parkplätze für Pendler

sda

Von sda

Do, 26. März 2020

Basel

Basel hebt Gebühren auf oder senkt sie / Vor allem Berufstätige im Gesundheitswesen und im Einzelhandel sollen profitieren.

BASEL (sda). Um die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern, hat die Basler Regierung eine Reihe weiterer Sofortmaßnahmen beschlossen. Diese betreffen unter anderem Parkgebühren. Von den neuen Maßnahmen profitieren sollen vor allem jene im Gesundheitswesen oder im Einzelhandel tätigen Pendler, die wegen der Krise aufs Auto umsteigen. Sie sollen problemlos günstige oder kostenlose Parkplätze finden, teilte die Regierung mit.

Kostenlos oder günstig
Deshalb kann vorübergehend auf 300 Parkplätzen im öffentlichen Raum kostenlos und ohne Zeitbeschränkung geparkt werden. Dies gilt für den Zoo-Parkplatz, den Egliseeparkplatz, die General Guisan-Straße sowie die Parkplätze im Umfeld des Claraspitals und des Merian Iselin-Spitals. In den Parkhäusern Elisabethen, Steinen, Storchen sowie St. Jakob wird zudem der Parktarif auf einen Franken pro Stunde gesenkt. Dieser Tarif gilt rund um die Uhr. Das City-Parking steht laut Regierung in erster Linie den Spitälern zur Verfügung. Der Preis für Besucherparkkarten wird zudem auf fünf Franken pro Tag und drei Franken pro halben Tag gesenkt. Gesenkt oder erlassen werden die Parkgebühren von heute, Donnerstag, an vorerst bis zum 30. April. Ansonsten gelten weiterhin die normalen Parkvorschriften.

Soldaten unterstützen Sanität
Seit einer Woche sind Sanitätssoldaten mit zwei Rettungswagen in Basel im zivilen Einsatz. Sie entlasten die Basler Berufssanität beim Transport von Patienten, die nicht zu akuten Notfällen zählen. Ende der Woche werde das Armeeaufgebot auf zwölf Soldaten und vier Fahrzeuge verdoppelt, sagte Oberstleutnant Beat Kopp vom Spitalbataillon 5 am Mittwoch. Die Zusammenarbeit sei trotz anfänglicher Skepsis zur vollen Zufriedenheit angelaufen. Martin Gabi, Leiter der Basler Berufssanität, äußerte sich erleichtert über den Armeeeinsatz. So könne sich die Berufssanität auf die Notfalleinsätze konzentrieren. Die Armeeangehörigen würden jeweils von einem Berufssanitäter begleitet. Die Ausbreitung des Coronavirus habe mit den Krankheitsausfällen im Team die Berufssanität an den Rand ihrer Einsatzfähigkeit gebracht, sagte Gabi weiter.

Auch im Kanton Baselland sind seit einer Woche Armeeangehörige im Einsatz, wie der kantonale Krisenstab mitteilte. Zunächst habe eine zehnköpfige Abteilung geholfen, Patienten ohne Coronavirus-Infektion aus dem Covid-19-Referenzspital Bruderholz an die anderen Kantonsspital-Standorte zu verlegen. Seit einigen Tagen würden umgekehrt Covid-19-Patienten ins Bruderholzspital gefahren. Am Montag sind weitere 90 Angehörige des Spitalbataillons 66 in Liestal eingetroffen. Sie unterstützen den Pflegedienst der beiden Kantonsspital-Standorte Liestal und Bruderholz.

Wirtschaftshilfe startet früher
Basel-Stadt zog den Start des Unterstützungsprogramms für Unternehmen in der Coronakrise vor: Statt ab 1. Mai bürgt der Kanton bereits seit Mittwoch für Überbrückungskredite bei Liquiditätsengpässen. Es sei eine rasche Hilfe erforderlich, weil viele Unternehmen bereits jetzt und unmittelbar von der Krise im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie betroffen seien, teilte die Basler Regierung mit. Es gelte, eine wirtschaftliche Negativspirale mit Entlassungen möglichst zu vermeiden, schreibt sie. Zu dem Maßnahmenpaket gehören Kreditbürgschaften in der Gesamthöhe von 50 Millionen Franken sowie die Aufstockung des Krisenfonds um fünf Millionen Franken. Außerdem will der Kanton längere Zahlungsfristen für staatliche Leistungen gewähren.