Ettenheim

Bauausschuss sieht Schwachpunkte im Lärmaktionsplan

Klaus Schade

Von Klaus Schade

Mi, 20. Januar 2021 um 18:30 Uhr

Ettenheim

In der Fortschreibung bemängeln die Mitglieder die Vergleichbarkeit von Straßenabschnitten und Werten beim "Deutschen Hof"

2015 hat die Stadt Ettenheim das Erstellen eines Lärmaktionsplans beschlossen. Alle fünf Jahre soll dieser fortgeschrieben werden, erläuterte Markus Schoor, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung/Bauen/Umwelt, den Mitgliedern des Bauausschusses in der Videokonferenz am Dienstag. Dabei geht es vor allem um die Lärmbelastung durch den Straßenverkehr.

Der Schwellenwert wird in Ettenheim auf der B 3 in Altdorf und entlang der L 103 im Stadtgebiet überschritten. Ein lärmoptimierter Asphaltbelag auf beiden Straßen wird in der Fortschreibung als langfristige Verbesserung genannt. An diesem Punkt setzte eine erste kritische Anfrage aus dem Ratsrund an. Olaf Deninger erinnerte daran, dass man seitens der Stadt einen solchen Flüsterasphalt schon früher angeregt habe. Doch das Land, das für die L 103 zuständig ist, habe dies ignoriert und die Stadt vor vollendete Tatsachen gestellt habe, indem es diesen lärmdämpfenden Belag nicht aufgetragen habe. Markus Schoor räumte ein, dass eine rechtliche Bindung von Lärmaktionsplänen nicht geklärt sei.

Fortschreibung mit Irritationspunkten

Auch Marion Fleig sah in der von einem Planungsbüro erarbeiteten Fortschreibung Irritationspunkte. Dass man nicht dieselben Straßenabschnitte entlang der L 103 gewählt habe wie vor fünf Jahren, sei für sie nicht nachvollziehbar. "Wie kann man eine Entwicklung evaluieren, wenn man nicht dieselben Fakten zugrunde legt?" Auch Beate Kostanzer machte im vorliegenden Plan Schwachpunkte aus: Dass für die Kreuzung beim "Deutschen Hof" Lärmwerte nur für die Nacht, nicht aber bei Tag eingezeichnet seien, entzog sich ihrem Verständnis. "Da müsste die Belastung ja eigentlich knallrot eingezeichnet sein", so Kostanzer.

Dass im Plan die Rubrik "gemachte Hausaufgaben" leer geblieben sei, stieß bei Beate Kostanzer ebenfalls auf Kritik. "Das suggeriert ja, als hätten wir seitens der Stadt nichts gemacht." Schoor verwies auf die Auflistung der bereits getätigten Maßnahmen an anderer Stelle des Aktionsplans: die Verlegung zweier Kreisstraßen aus der Altstadt heraus (seit Ende der 1990er-Jahre), Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Innenstadt auf Tempo 20, Radwegekonzept (seit 2017), Einrichten des Stadtbusses mit Ausweitung des Nahverkehrsangebotes in Zusammenarbeit mit der SWEG (2019 bis 2021) und Rabattierung der Punktekarte.

Verminderte Lärmbelästigung als Ziel

Dem Hinweis von Kostanzer, die angestrebte Verlegung der Bundesstraße zur Umfahrung von Altdorf/Kippenheim gehöre doch auch zu den Zielen verminderter Lärmbelästigung, schlossen sich Verwaltung und Ausschussmitglieder an. Diese Maßnahme soll nun noch in den Aktionsplan aufgenommen werden. Andreas Kremer erinnerte daran, dass der Bund eine Neuasphaltierung der B 3 plane; die Stadt solle rechtzeitig initiativ werden und Flüsterasphalt einfordern.