Einsatz

Bei der Hauptversammlung der Denzlinger Feuerwehr geht der Alarm los

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Mo, 25. März 2019 um 15:26 Uhr

Denzlingen

Die Feuerwehr Denzlingen ist stets im Dienst – auch wenn bei der Hauptversammlung die Sirenen läuten. 2018 ging die Einsatzzahl leicht zurück. Technische Hilfe ist dagegen immer öfter gefragt.

Deutlicher konnte nicht demonstriert werden, was ehrenamtlicher Feuerwehrdienst bedeutet. Samstagabend, kurz nach 22 Uhr, nach gut zweistündiger Jahreshauptversammlung geht im Rettungszentrum der Alarm. Messer und Gabel fallen auf die Teller, die Uniformjacke bleibt über der Stuhllehne hängen, ein Stock tiefer wird die Einsatzkleidung angelegt und mit Blaulicht geht es zum brennenden Müllcontainer. So wie 124 Mal in 2018.

Zahl der Einsätze leicht gesunken

Die Zahl der Einsätze lag um 21 unter der von 2017, was auch die Einsatzstunden auf 1.426 sinken ließ. "Eine Entwicklung, die im Gegensatz zu den steigenden Einsatzzahlen im Landkreis steht", so Kreisbrandmeister Christian Leiberich. Insgesamt sieht Kommandant Martin Schlegel keine Trendwende, was die seit Jahren steigenden Einsatzzahlen betrifft.

Dabei gehen Löscheinsätze zurück. 18 Mal war die Wehr aus diesem Grund gerufen worden. Kaum weniger waren die 16 Fehlalarmierungen, die vor allem auf Brandmeldeanlagen zurückzuführen sind. Explizit für das Unternehmen Fischer, in dem der stellvertretende Kommandant Christian Schlenk beschäftigt ist, bedankte sich dieser für die "sehr schnelle Hilfe, auch wenn es gar nicht brennt". So konnten Produktionsausfallzeiten kurz gehalten werden. Im Gegenzug könnten vier Mitarbeiter sofort abrücken, wenn sie alarmiert werden.

Die Wehr wird immer öfter zur technischen Hilfe gefragt. Viermal bei schweren Verkehrsunfällen auf der B 294. 22 Mal waren die Polizei und der Rettungsdienst, vor allem durch Türöffnungen, Tragehilfen und Bergung über die Drehleiter unterstützt worden. 13 Ölspuren galt es zu beseitigen und 32 Einsätze waren durch starke Regenfälle und Sturm bedingt.

Wechselladerfahrzeug soll 2019 geliefert werden

Um für all diese Aufgaben gerüstet zu sein, wurden 34 Übungen und Schulungsabende abgehalten. Insgesamt wurden dabei 2.280 Übungsstunden geleistet. Zusätzlich trafen sich die Mitglieder des Feuerwehrausschusses und die Führungskräfte zu 15 Sitzungen, bei denen etwa die Beschaffung eines Wechselladerfahrzeugs Thema war. Das Fahrzeug soll nach jahrelanger Planung 2019 geliefert werden. Neu im Fahrzeugpark ist ein gebraucht erstandenes Tanklöschfahrzeug mit Allradantrieb, vor allem für Einsätze in Wald und Flur.

Um zehn Aktive hatte die Mannschaftsstärke sich 2018 auf 53 reduziert. Mittlerweile seien jedoch fünf Neue dazugekommen, so Schlegel. Auch, weil aus der Jugendfeuerwehr, die mit 21 Jugendlichen sehr mitgliederstark sei, immer wieder neue dazukommen. Auch dank der engagierten Jugendleitung, die neben ihrem normalen Einsatz- und Übungsdienst noch 800 Stunden für den Feuerwehrnachwuchs investierten. Ganz früh, schon in Kindergarten und Grundschule, setzt die Brandschutzerziehung von Wolfgang Hochbruck an. Als Koryphäe ist Hochbruck in diesem Bereich landes- und bundesweit engagiert.

"Ihr habt eine gut aufgestellte Truppe", so Leiberich, der die Innovationsfreudigkeit der Wehr betonte. Michael Ruf, Kommandant in Reute, würdigte auch im Namen der Vörstetter Kameraden die intensivierte Zusammenarbeit. Das Engagement der Wehr könne gar nicht genug gewürdigt werden, so in Vertretung von Bürgermeister Markus Hollemann Gemeinderat Jürgen Kaufmann.
Ehrungen

Ausgezeichnet mit dem neu eingeführten bronzenen Feuerwehrehrenzeichen für mindestens 15-jährigen Feuerwehrdienst: Daniel Dilger, Florian Eble, Wolfgang Hochbruck, Jens Koschella, Jan Niepenberg, Matthias Nübling, Andreas Oswald, Markus Sator, Christian Schlenk, Simon Weber und Mike Winkler. Silbernes Feuerwehrehrenzeichen für 25-jährigen Feuerwehrdienst: Alexander Götterd und Gregor Grabs. Goldenes Feuerwehrehrenzeichen für 40-jährigen Feuerwehrdienst: Harald Nübling und Walter Schwaab.