Wirtschaft

Bei der Konjunktur-Umfrage der IHK Hochrhein-Bodensee überwiegt Skepsis

Fr, 07. Februar 2020 um 05:51 Uhr

Schopfheim

Die Erwartungen über den Verlauf der Konjunktur sind zum Jahreswechsel bei den Unternehmen im IHK-Bezirk Hochrhein-Bodensee im Vergleich zum Herbst nochmals leicht zurückgegangen.

"Erstmals seit mehr als zehn Jahren blicken wieder mehr Unternehmen skeptisch als optimistisch nach vorn", schreibt Alexander Graf in einer Pressemitteilung. Wegen der leicht verbesserten Lageeinschätzung ist der Index für das Konjunkturklima in der Region allerdings um drei auf 121 Punkte gestiegen.

Damit liegt die Region über dem Landesschnitt, folgt aber im Wesentlichen dem bundesweiten Trend rückläufiger Auslastung besonders in der Produktion.

Trotz der weltweiten konjunkturellen Abkühlung der vergangenen Monate ist die Lage der überwiegenden Zahl der Betriebe in der Region noch immer gut. Mit einem Wert von 146 Punkten übertrifft der entsprechende Indikator für die Geschäftslage den Herbstwert von 138 deutlich, bleibt aber auch ein gutes Stück von den 153 Punkten des vergangenen Frühjahrs entfernt.

Industrie: weiter rückläufig

Bei Industrieunternehmen ist die Geschäftslage ähnlich wie im Herbst. Der Auslastungsgrad der Kapazitäten in der regionalen Industrie ist weiter rückläufig und liegt aktuell unter 84 Prozent und damit auch unter dem langjährigen Mittel. Wie im Herbst berichten mehr Produktionsbetriebe bei der Entwicklung der Auftragseingänge von einer fallenden Tendenz als von steigenden Auftragszahlen. Im Dienstleistungsbereich ist kein Rückgang der Geschäftslage zu verzeichnen. Beim Umsatz können 45 Prozent eine Steigerung gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal verzeichnen. Bei der Ertragslage melden mehr Unternehmen eine gute Situation als im Herbst.
Auch die Tendenz bei der Nachfrage zeige sich erfreulich, die Einschätzung der Geschäftslage im Handel fällt positiver aus als noch im Herbst und auch positiver als ein Jahr zuvor. Zwei Drittel der Händler sind mit dem Ertrag zufrieden.

Die Erwartungen an Geschäfte und Umsatz hat sich in der Industrie gegenüber Herbst weiter verschlechtert; in der Dienstleistungsbranche geht der Großteil der Unternehmen weiter von konstanten Geschäften aus. Im Handel gehen rund zwei Drittel der Betriebe von einer gleichbleibenden Entwicklung aus, rund 16 Prozent rechnen mit besseren Geschäften. Der Blick nach vorne fällt damit bei mehr Handelsbetrieben positiv aus, als dies vor einem Jahr der Fall war.

Rückgang bei den Investitionsabsichten

Das schwierige außenwirtschaftliche Umfeld scheint sich auch auf die Investitionsabsichten der Unternehmen in der Region niederzuschlagen. Gegenüber dem Vorjahr gibt es einen Rückgang bei den Investitionsabsichten der Unternehmen zu verzeichnen. Besonders deutlich wird die Zurückhaltung bei den Industrieunternehmen.

Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften ist in der Region immer noch das am meisten genannte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung. Die Industrie indes sieht in der sinkenden Nachfrage das größte Risiko. Überall hat das Risiko steigender Energiepreise zugenommen. Hierin dürften sich die Unsicherheiten gegenüber der Energie- und Klimapolitik der Bundesregierung spiegeln, die den Unternehmen keine Entlastung bei den Energiepreisen in Aussicht stellt. Handel und Dienstleistungswirtschaft dürften weiter von einem guten Konsumklima auf dem heimischen Markt profitieren. Mit einer baldigen Trendumkehr der Weltkonjunktur sei für die exportorientierten Produktionsbetriebe nicht zu rechnen. Eine sich anbahnende positive Entwicklung internationaler Handelskonflikte, sowie ein absehbares Ende des Brexit-Stillstandes, könnten positive Impulse geben.