Reizüberflutung

Bei hochsensiblen Menschen schicken die Sinne besonders viele Signale ans Gehirn

Manuela Müller

Von Manuela Müller

Mo, 16. Dezember 2019 um 21:00 Uhr

Liebe & Familie

BZ-Plus Hochsensible Menschen leiden besonders schnell an Reizüberflutung. Eine Krankheit ist das aber nicht. In der Psychologie zählt es zu den sogenannten Temperamenten – und für manche ist es eine Fähigkeit.

Das Foyer im Kurhaus Bad Krozingen füllt sich. Viele Senioren stehen für den Einlass zur Geburtstagsgala eines Volksmusikers bereit. Vereinzelt schlängelt sich aber eine Frau oder ein Mann im Berufstätigenalter durch die Menge der elegant gekleideten Menschen. Die Treppe hoch. Im ersten Obergeschoss treffen sich zwölf Frauen und vier Männer mit Ursula Chenoah Stößer zum "Gesprächskreis Hochsensibilität", wo sich Betroffene über ihre Erfahrungen austauschen.

Erst seit wenigen Jahren sickert der Begriff Hochsensibilität ins Bewusstsein der Gesellschaft. Geprägt hat ihn die US-amerikanische Psychologin Elaine Aron, die in den 1980er-Jahren einen Fragebogen zum Thema entwickelt hat. Später stellte sie fest, dass ein Merkmal der Hochsensibilität eine sensorische Verarbeitungssensitivität ist. Ganz banal heißt das: Die Sinne schicken besonders viele zu verarbeitende Signale ans Gehirn.

Heute gibt es dazu zahlreiche Ratgeberbücher, Infoseiten im Netz und zum Beispiel den Podcast "Proud to be Sensibelchen" von Maria Anna Schwarzberg. Sie hat daraus ein gleichnamiges Buch gemacht, das den Untertitel trägt: "Wie ich lernte, meine Hochsensibilität zu lieben". Sie erklärt darin: "Alle Sinneskanäle sind bei Hochsensiblen ständig offen, alle Reize gehen ungefiltert hindurch." Das kann belasten.

Hochsensibilität ist keine Krankheit
"Der Begriff bezeichnet kein anerkanntes wissenschaftliches Konstrukt", sagt Claas Lahmann, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der ...

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