Bessere Bustaktungen nicht sofort möglich

Wolfgang Beck

Von Wolfgang Beck

Mo, 09. September 2019

Lahr

SPD will nach der Sommerpause Antrag auf Preisreduzierung und besseren Anschluss beim ÖPNV im Gemeinderat prüfen lassen.

LAHR (wob). Bei der SPD-Sommeraktion bei der SWEG waren der Ein-Euro-Tarif für Busfahrten und eine bessere Taktung das Thema. "Alles ist machbar", sagte SWEG-Vorstandschef Johannes Müller. Er stelle im Gegenzug aber Mehrkosten zwischen 200 000 und 400 000 Euro in Aussicht.

Bei dem Termin zeigte sich, dass die Themen ÖPNV, bessere Bustaktungen und ein grundsätzliches Umdenken im Individualverkehr hin zu Bus und Schiene eine komplexe Materie sind und alles andere als sofort umsetzbar. "Wir haben das Bus-Ticket durch Lahr für ein Euro auf unserer Agenda", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Roland Hirsch, eine bessere Anbindung und kürzere Taktzeiten in den Bussen sollen folgen. Laut Hirsch haben die Städte Radolfzell und Lörrach mit dem Ein-Euro-Ticket gute Erfahrungen gemacht. Der höhere Zuschuss seitens der Stadt Lahr würde rund 300 000 Euro betragen.

Vorstandsvorsitzender Johannes Müller äußerte Bedenken, ob die von der SPD angedachten Bürgertickets Sinn machen. Es herrsche zwar zwischen SWEG und Stadt bis 2025 eine freie Vertragsgestaltung, so Müller, bei der die Taktung neu geregelt werden könnte, doch sei man bei Preisveränderungen an die Tarifverbünde gehalten. So sei die Ein-Euro-Forderung (weil er die ÖPNV-Wenig-Fahrer belohne) grundlegend falsch, sagte Müller. Er schlug vor, besser für eine Monatskarte für zehn Fahrten zu einem Preis von zehn 10 Euro zu werben. "Die politische Idee sollte von dem Tarifverbund TGO geprüft werden", schlug Müller vor.

Vertreter von SPD-Fraktion und Parteibasis untermauerten ihre Ziele, dass es darum gehe, die Fahrten in Bussen durch das Stadtgebiet bis zum Bahnhof und in die Stadtteile kostengünstiger zu machen. "Die Leute fahren erst dann mehr Bus, wenn es billiger wird", sagte Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller. "Mich muss man zum Bus bringen", verdeutlichte SPD-Stadtrat Hermann Kleinschmidt seine Vorlieben für den Individualverkehr, sodass es notwendig sei, mit niederschwelligen, wenig komplizierten und günstigen Angeboten die Bürgerinnen und Bürger zum Umsteigen auf den öffentlichen Personennahverkehr zu bewegen. "Der billigste Bus bringt aber nichts, wenn er nicht fährt", so Stadträtin Stefanie Kremling-Deinert, die für eine bessere Taktung plädierte, dem sich auch Ortsvorsteherin Diana Frei aus Mietersheim anschloss.

SWEG-Chef Müller bezweifelte, ob eine reine Preisreduzierung einen großen Ansturm auf die öffentlichen Busse nach sich ziehen würde. Die SPD will nach der Sommerpause einen Antrag in den Gemeinderat einbringen, wonach die beiden Punkte geprüft werden sollen. Die Umsetzung sei kein Problem, wenn es politisch gewollt werde, kommentierte der SWEG-Chef.