Kohlendioxidspeicher

Schottlands Moore sind gut für den Whisky und das Klima

Christian Gruber

Von Christian Gruber

Sa, 20. Juni 2015 um 00:01 Uhr

Bildung & Wissen

Auf Islay sieht man sie neben der Straße: Haufen aus gestochenem Torf. In Schichten liegt der Rohstoff aus dem Moor übereinander und trocknet in der Sonne. Sofern die scheint. Denn die Insel im Westen Schottlands ist feucht, sehr feucht.

"We need rain", klagen die Einheimischen, wenn es mal drei Tage nicht geregnet hat – wir brauchen Regen. Wasser ist Leben, für das Moor und für den Whisky, der auf Islay rauchig schmeckt. Acht Destillerien gibt es auf dem nur 40 mal 30 Kilometer großen Flecken, der zu den Inneren Hebriden zählt. Die Brennereien benötigen Torf. Früher trocknete man fast überall in Schottland die gekeimte Gerste damit. Der Rauch der Torffeuer zieht ins Malz und gibt dem Whisky die besondere Note. Was damals aus der Not geboren war, weil man nur Torf zum Heizen hatte, das ist heute ein Geschäft.

Schottlands Whisky-Industrie hält sich viel darauf zugute, dass sie sich um den Erhalt der Moore kümmert. Was ihr Umweltaktivisten bescheinigen: Für den Raubbau an den Mooren seien vor allem Gartenerde-Hersteller verantwortlich. Nur 0,5 Prozent des gestochenen Torfs verbrauchen dagegen die Destillerien nach eigenen Angaben. Doch nicht nur der Umweltschutz treibt die Brennereien an: Es geht auch um Marketing und Produktionssicherheit. Jede Destillerie schwört auf ihr ganz besonderes Wasser, das oft aus dem Moor stammt und dann torfig schmeckt. Ohne die "Peatlands", die Torflandschaften, die noch immer fast ein Viertel Schottlands bedecken, wäre mit all dem schnell Schluss.

Torf, eine ...

BZ-Archiv-Artikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 10 Artikel kostenlos online lesen - inklusive BZ-Plus-Artikel und BZ-Archiv-Artikel.

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 10 Artikel pro Monat kostenlos
  • BZ-Plus-Artikel lesen
  • Online-Zugriff auf BZ-Archiv-Artikel
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion
  • Zugang zu mehreren Portalen der bz.medien: badische-zeitung.de, fudder.de und schnapp.de

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ