Biosphärengebiet will Insektenschutz beflügeln

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 24. Januar 2020

Schönau

Fast eine Million Euro für Untersuchungen und Verbesserungen.

SCHÖNAU/OBERES WIESENTAL (BZ). Das Bundesamt für Naturschutz hat Fördermittel für ein "wegweisendes Projekt unter Federführung des World Wildlife Fund for Nature" (WWF) zum Insektenschutz zugesagt. Unter fünf deutschen Unesco-Biosphärenreservaten profitiere auch das Biosphärengebiet Schwarzwald, auf das rund 950 000 Euro des Gesamtvolumens von fast acht Millionen Euro entfallen, heißt es in einer Pressemitteilung des Stuttgarter Umweltministeriums. Speziell soll Insektenschutz auf landwirtschaftlich genutzten Flächen in den sogenannten Entwicklungszonen "entwickelt, erprobt und überprüft werden". Das Land übernehme dabei einen Eigenanteil von 240 000 Euro. Umweltminister Franz Untersteller: "Uns ist es dabei wichtig, die Belange der Landwirtinnen und Landwirte und des Insektenschutzes möglichst praxisnah miteinander zu verbinden." Und Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer sagt laut Pressemitteilung: "Das Biosphärengebiet Schwarzwald ist bereits jetzt ein Modellgebiet für Grünlandbewirtschaftung, in dem fast ohne Pestizideinsatz vorbildlich gearbeitet wird." Da es aber nur punktuelle Daten zum Insektenbestand gebe, werde zunächst eine Analyse bestimmter Insektenarten im Offenland gemacht. Nach der "Umsetzung von Maßnahmen zum Insektenschutz" soll dann überprüft werden, wie sich die Bewirtschaftungspraktiken auf Fläche, Landschaft und Landnutzer auswirken. Das Ganze soll mit "regionalen Akteuren" erfasst und unter wissenschaftlicher Begleitung optimiert werden. Neben den Allmendweiden gehe es auch um die Fragen, wie die Grünlandmahd angepasst werde, wie gezieltere Düngungen erfolgen und wie der Anteil von Brachestreifen gesteigert werden könne. Auch die Mahd entlang von Straßen und Gewässern könnte verändert werden. Weitere Kooperationspartner sind das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, die Hochschule Eberswalde und der Dachverband der Großschutzgebiete. Das Projekt läuft bis 2025.