Blick auf ein düsteres Kapitel der Geschichte

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 02. November 2019

Efringen-Kirchen

Abendvortrag am 9. November, Matinee am 10. November.

EFRINGEN-KIRCHEN (BZ). 81 Jahre ist es her, dass das nationalsozialistische Regime und seine Unterstützer in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 Gewaltmaßnahmen gegen Juden verübten und jüdische Einrichtungen in Deutschland und Österreich zerstörten oder beschädigten. In Efringen-Kirchen erinnern zwei Veranstaltungen an diese Ereignisse damals. Zu der Veranstaltung am Samstag, 9. November, bei der Chrischonagemeinde laden das Orga-Team um Diakon Roy Paraiso ein, zu der zweiten am 10. November der SPD-Ortsverein.

Am Samstag, 9. November, 19 Uhr, ist im sogenannten Teehüsli an der Baslerstraße Dr. Robert Neisen zu Gast, der in seinem Vortrag auf die lang- und kurzfristigen Ursachen des Judenhasses im nationalsozialistischen Deutschland eingeht, die innen- und außenpolitische Dynamik beleuchtet, die zu den Pogromen führte und am Beispiel Kirchens und anderer badischer Gemeinden die Pogromnacht selbst schildert. Er ist Geschichtswissenschaftler und Politologe und hat mit seinem Buch "Zwischen Fanatismus und Distanz" die Geschichte von Lörrach und dem Landkreis während des Nationalsozialismus aufgearbeitet. Er geht auch darauf ein, wie man fremdenfeindlichen Denkweisen am besten begegnen kann.

"Efringen-Kirchen und Hermann Burte heute" ist das Thema der Podiumsdiskussion des SPD-Ortsvereins am Sonntag, 10. November, 11 Uhr, im Festsaal der Alten Schule. Moderiert wird sie von Markus Moehring, Leiter des Lörracher Dreiländermuseums. Er diskutiert mit den Historikern Hubert Bernnat, Hansjörg Noe und Georg Diehl sowie Jan Merk, Leiter des Markgräfler Museums in Müllheim. Dabei geht es um die Fragen: Soll die örtliche Hermann-Burte-Halle umbenannt werden? Und die Hermann-Burte-Straße ein Zusatzschild erhalten? Was spricht dafür und was dagegen? "Zu überzeugt war Burte von der menschenverachtenden Ideologie des dritten Reiches, zu groß die Bewunderung für Hitler", erklärt der SPD-Vorsitzende Armin Schweizer, warum die SPD seit vier Jahrzehnten fordert, dem Rechnung zu tragen. Erneut will die SPD einen Antrag zur Umbenennung der Halle in den Gemeinderat einbringen. Die Veranstaltung soll Gemeinderäten und Bürgern vermitteln, worum es der SPD dabei eigentlich geht.