Wahlkampf in Freiburg

Bonus, Malus und die Kavallerie

Stefan Hupka

Von Stefan Hupka

Mi, 02. Mai 2018 um 21:31 Uhr

Freiburg

BZ-Plus Der OB-Wahlkampf in Freiburg beherrscht Kneipen- und Abendbrottische, im Netz ist der Ton in den Lagern oft rau. Es ist eine Zuspitzung, die die Stadt so noch nie erlebt hat. Dieter Salomon und Martin Horn stecken mitten in der heißen Phase – und der Amtsinhaber holt sich prominente Unterstützung. Monika Stein verzichtet nach dem Tod ihrer Mutter auf aktiven Wahlkampf.

Wo steckt er denn? Da ist sie seinetwegen vier Stunden von Augsburg angereist an diesem schönen Sonntagmorgen, und nun ist er nicht da. Hieß es nicht, hier in Freiburg sei Not am Mann? Die schattige Ecke des Platzes mit dem Infotisch füllt sich langsam, man steht und wartet. An den Bäumen hängen neue Plakate, jetzt mit noch mehr Grün, "Dieter wählen!". Claudia Roth plaudert dahin und dorthin, gut gelaunt wie immer. Wann hat sie eigentlich zum letzten Mal einem richtigen Realo im Wahlkampf geholfen? "Ich mach das doch gern", flötet die bekennende Parteilinke, "ich bin da nicht so zickig."
Es gibt unter grünen Parteifreunden der unterschiedlichen Flügel eben zwei Arten der Schadenfreude. Die eine verbindet sich mit dem Namen Jürgen Trittin. Als der nach dem ersten Durchgang der Freiburger Oberbürgermeisterwahl neulich auf BZ-Online die Ergebnisse las, konnte der zweitgefürchtetste Twitterer nach Trump es nicht lassen. "Wenn Ökologie und Gerechtigkeit auseinanderfallen, kriegen die Grünen ein Problem", analysierte er aus der fernen Hauptstadt. "Man schaue auf die Ergebnisse in einstigen Hochburgen wie Vauban und der Wiehre in Freiburg."
Wenn #Ökologie und #Gerechtigkeit auseinanderfallen, kriegen @Die_Gruenen ein Problem. Man schaue auf die Ergebnisse in einstigen Hochburgen wie Vauban und der Wiehre in #Freiburg https://t.co/3HTZtRuRXv — Jürgen Trittin (@JTrittin) 23. April 2018
Die andere Art ist die feinere, fast noch gemeinere. Man schickt dem Wahlverlierer kein "das hast du nun davon" wie Trittin. Man kommt und macht Wahlkampf für ihn, wie Claudia Roth. Ist doch tröstlich zu sehen, dass auch machtverwöhnte Realos aus Baden-Württemberg einmal Rat und Hilfe brauchen.
Roth ist Mitglied der grünen "Kavallerie", deren Anrücken die Kreisvorsitzende Ella Müller nach dem Schock des ersten Wahlgangs in einer Versammlung angekündigt hat: Kretschmann kommt, Özdemir war schon da, und hier steht jetzt Claudia Roth. Der Vollständigkeit halber muss man sagen, dass Dieter Salomon selbst es war, der die Parteifreundin ...

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