Acht Monate danach
Brandopfer aus Lahr bedankt sich bei den Helfern und appelliert: "Denkt nach, bevor Ihr handelt"
Sarmite Romane hat in der Silvesternacht 2024/25 durch einen Brand in ihrer Wohnung in Lahr-Kippenheimweiler Hab und Gut verloren. Acht Monate später blickt die 50-Jährige nachdenklich in die Zukunft.
Fr, 29. Aug 2025, 18:00 Uhr
Lahr
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Eine Silvesterrakete hatte am 31. Dezember den Balkon der Wohnung von Sarmite Romane in Brand gesetzt. Die 50-Jährige und ihre zwei erwachsenen Kinder waren nicht zuhause. Der Brand konnte zwar von der Feuerwehr gelöscht werden. Doch die Wohnung und alles, was sich darin befunden hat, ist wegen des starken Rauchgeruchs unbrauchbar geworden. Sarmite Romane, ihrem 21-jährigen Sohn und ihrer 23-jährigen Tochter war nichts geblieben, außer die Kleidung, die sie an diesem Abend am Leib trugen.
In einem Brief bedankt sich Sarmite Romane nun bei allen Helfern und überschreibt ihn mit "Ein Appell für Mitmenschlichkeit und Vorsicht". Mehr als ein haIbes Jahr sei vergangen seit jenem schrecklichen Moment, der ihr für immer in Erinnerung bleiben werde.

Sie lobt vor allem die Sanitäter, Polizisten und Feuerwehrleute, die im Einsatz waren, und auch die Nachbarn, die als Erste nicht in Panik gerieten, sondern mutig handelten. Ihnen will Romane "ein riesengroßes Dankeschön aussprechen – "für den heldenhaften Einsatz und die menschliche Anteilnahme."
Sie habe nach dem Brand Glück gehabt, denn Freunde gaben ihr ein Dach Ober dem Kopf. "Die ersten zwei Wochen waren entscheidend", schreibt sie, "der Schock riss mich völlig aus dem Alltag". Olga Heyer habe ihr eine Übernachtungsmöglichkeit gegeben. Auch das Verhalten ihrer Kollegen werde sie nie vergessen und deren Mut, ihr Schicksal öffentlich zu machen. "Deshalb auch ein großes Danke an die Presse und an die Organisation, die Spenden gesammelt hat, um zu helfen." Auch die Badische Zeitung hat der Familie mit einer Spende von 1500 Euro aus der BZ-Aktion Weihnachtswunsch unter die Arme gegriffen.
Romane ist überwältigt von der Hilfe ihrer Mitmenschen
lhre Freizeit geopfert haben die Mitarbeiter des Pflegedienstes Aktiv-Pflege Langenwinkel, bei dem Romane arbeitet. Zutiefst berührt sei sie gewesen von der liebevollen Unterstützung des Wittenweierer Sonntagscafe-Teams und von all den Menschen, die sich trotz eigener Schwierigkeiten Zeit nahmen, um zu kommen. Sarmite Romane nennt in ihrem Brief weitere Menschen und Firmen, die ihr geholfen haben. "Ihr alle wart zusammen wie Erste Hilfe für Leben, Herz und Seele. Nach und nach kehrte Ruhe ein, denn das Gefühl von Solidarität und Mitgefühl ist unbeschreiblich."
Die Spenden reichen laut Sarmite Romane allerdings nicht aus, um alle Kosten zu decken. Sie habe HiIfs- und Unterstützungsgesuche eingereicht – doch bis heute keine Antwort bekommen. "Das macht einem Angst, wie schutzlos man ist", schreibt sie. Und sie fragt sich: Können diejenigen, die die Silvesterrakete abgefeuert haben, einfach ruhig schlafen? "Ein Moment des Vergnügens, für den Anderen monatelange Sorgen. Ist es das wert?" Sie appelliert deshalb: "Denkt nach, bevor Ihr handelt."