Drogenkonsum
Verein warnt: Lachgas ist als Partydroge in Lahr angekommen
Lachgas ist eine gefährliche, aber oft unterschätzte Partydroge. Das Haus des Jugendrechts und der Präventionsverein "Gemeinsam Stark Lahr" warnen vor den Folgen des Konsums.
Fr, 29. Aug 2025, 6:30 Uhr
Lahr
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Lachgas ist eine gefährliche Partydroge. Der Konsum mache zwar nicht auf körperlicher Ebene abhängig, könne aber zu schwerwiegenden Langzeitfolgen wie Schädigungen des Nervensystems und Psychosen führen. Darauf weisen das Haus des Jugendrechts und der Präventionsverein "Gemeinsam Stark Lahr" in einer gemeinsamen Pressemitteilung hin.

Seit 2021 steige der Konsum europaweit an. Lachgas werde nicht mehr nur als Partydroge konsumiert, sondern sei bereits in den Innenstädten, an Plätzen und sogar auf den Schulhöfen zu finden. Aktuell gebe es in Deutschland einen Gesetzentwurf, der den Verkauf von Lachgas an Minderjährige bundesweit verbieten soll – wie es beispielsweise in Großbritannien bereits der Fall ist. Dort drohen inzwischen bis zu 14 Monaten Haft. Bis dieses bundesweite Verbot in Kraft tritt, sei die Beschaffung von Lachgas noch unschwer möglich. "Der Konsum unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist auch in der Stadt Lahr vermehrt zu beobachten", heißt es weiter, regelmäßig würden leere Flaschen an öffentlichen Plätzen gefunden.
Stephan Linder, stellvertretender Leiter der Drogenhilfe Lahr, bestätigt auf Anfrage der Badischen Zeitung, dass Lachgas schon seit Jahren ein Thema primär im Jugendbereich ist.
Auf Initiative des Hauses des Jugendrechts Lahr und mit Unterstützung des Präventionsvereins "Gemeinsam Stark Lahr" soll deshalb an den bekannten Treffpunkten und verschiedenen Plätzen auf die Problematik und die negativen Folgen des Lachgaskonsums hingewiesen werden. Ziel der Aktion ist es, Jugendliche und junge Erwachsene zu schützen und ihnen die Folgen des Konsums aufzuzeigen.
Lachgas hat eine schmerzstillende und betäubende Wirkung, weshalb es bei Narkosen eingesetzt werden kann. Das Gas wird in der Lunge ins Blut aufgenommen und gelangt so ins Gehirn und Nervengewebe. Lachgas wird meist in kleinen Kartuschen verkauft und normalerweise zum Aufschäumen von Schlagsahne verwendet. Um Lachgas als Droge zu verwenden, werden die Kartuschen mit speziellen Geräten geöffnet. Danach wird das Gas in Ballons gefüllt und aus dem Ballon eingeatmet. Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) haben zwischen 10 und 20 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bereits mindestens einmal Lachgas ausprobiert. Lachgas verändert die Reaktion und den Stoffwechsel von Nervenzellen. Im Gehirn führt das beim Einatmen schnell zu euphorischen und entspannenden Gefühlen. Über die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen von Lachgas gibt es bisher nur wenig Forschung. Gesichert ist aber: Wer es häufig und über einen längeren Zeitraum einatmet, riskiert Schäden an Gehirn und Nerven. Typische Symptome für Nervenschäden sind zunächst Kribbeln oder das Gefühl von Nadelstichen in den Händen, Armen oder Beinen. Zusätzlich kann es zu Lähmungserscheinungen kommen.
hfz