Debatte

Brass wegen Buggingens neuer Busspur

Volker Münch

Von Volker Münch

So, 07. August 2022 um 20:01 Uhr

Buggingen

Die Haltestelle des neuen Lindenplatzes ist für Autofahrer eigentlich tabu, aber so gut ausgebaut, dass sie zum Durchrasen dient. Jetzt ist von Schildern, Schwellen und einer Stelle für Kontrolle die Rede.

Es gibt Ärger mit der neuen Busspur am Lindenplatz in Buggingen: Häufig nutzen Autofahrer unerlaubterweise die Spur, um ins Dorfinnere zu fahren, obwohl die Bushaltestelle für den allgemeinen Verkehr gesperrt ist. Darauf aufmerksam machte nun Gemeinderat Dirk Müller.

Blickt das Ratsmitglied aus seinem Haus, dann fällt der Blick geradewegs auf die neue Haltestelle. Sie wurde umgebaut, mit anderen Belägen vom öffentlichen Straßenraum abgegrenzt und mit Verkehrszeichen versehen. Die Kennzeichnung ist deutlich, wird aber laut Müller regelmäßig ignoriert. "Oft rasen die Autofahrer auch noch durch." Er forderte die Gemeindeverwaltung auf, das Durchfahrtsverbot durchzusetzen. Die Beobachtungen bestätigten auch andere Gemeinderäte. Reinhold Waldmann berichtete, der Gemeindeverwaltungsverband Müllheim-Badenweiler, der grundsätzlich für die Verkehrsüberwachung zuständig sei, würde keine Kontrollen an Haltestellen vornehmen. Beim Polizeiposten in Heitersheim sei man der Auffassung, die Autofahrer müssten sich an die neue Straßenführung gewöhnen. Der Umbau liegt mehr als ein halbes Jahr zurück. Ratsmitglied Jochen Schiebeling-Römer sagte: "Wir haben den Umbau für die Sicherheit der Kinder gemacht. Da kann es keine Gewöhnungszeit geben."

Schwellen, Schilder, neue Stelle auf Zeit

Waldmann sagte, dass die Haltestelle auch als Parkplatz missbraucht werde. Er war dafür, Schwellen einzubauen.

Bürgermeister Johannes Ackermann sieht vor allen Dingen in einer optimierten Beschilderung eine Lösung. Bauamtsleiter Theo Speyer ergänzte: "Wir haben entsprechende Verkehrsschilder nachbestellt."

Schon bei der Einweihung Ende Dezember mutmaßten einige Gäste, dass der hervorragende Ausbau der Busspur zum Durchfahren einladen könnte, obwohl die Einmündung des Breitenweges in die Hauptstraße aufgeweitet und damit auch für größere Fahrzeuge optimiert wurde. Schon kurz nach der offiziellen Freigabe der Haltestelle fuhr ein Auto mit auswärtigem Kennzeichen unerlaubt in die Anlage ein.

Waldmann setzt außer auf bessere Beschilderung auf ergänzende Eigeninitiative: Durchfahrten sollten dokumentiert und der Polizeibehörde vorgelegt werden. "Dann müssen die reagieren", hofft Waldmann. Doch wer soll diese Aufgabe übernehmen? "Wir sollten jemanden zumindest befristet für solche Aufgaben anstellen", rät Bürgermeister Ackermann. Damit scheint die Diskussion, einen eigenen Gemeindevollzugsdienst einzurichten, eröffnet.

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