Konsequentes Recycling

"Bud’s Bike" in Freiburg schlachtet jeden Monat bis zu 300 Räder aus

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Sa, 21. November 2020 um 00:09 Uhr

Freiburg

Die Fahrradwerkstatt "Bud’s Bikes" im Industriegebiet Nord hat sich auf das Recyceln ausrangierter Drahtesel spezialisiert. Dabei wird jedes Einzelteil verwertet.

Schrotträder? Den Begriff gibt es bei Tobias Buderer nicht. "An jedem alten Fahrrad ist etwas dran, das man noch gut gebrauchen kann", sagt der Inhaber der Fahrradwerkstatt "Bud’s Bikes", deren Kerngeschäft das Recyceln alter Drahtesel ist. Aus alten Einzelteilen entstehen "neue" Räder, die das Unternehmen mit Garantie verkauft.

Pro Monat schlachtet Tobias ("Bud") Buderer mit seinen acht Mitarbeitern 200 bis 300 Räder aus. Noch verwertbare Einzelteile landen im riesigen Ersatzteillager auf dem Firmengelände im Industriegebiet Nord. Alles andere wird möglichst sortenrein sortiert und fachgerecht entsorgt: Aluminium, Stahl, Gummi, Plastik. "Dadurch produzieren wir so gut wie gar keinen Müll", betont Buderer, der sogar eine Zertifizierung als Fachtentsorgungsbetrieb für Fahrräder hat – als erster und womöglich als einziger in ganz Deutschland, erklärt der 51-Jährige.

Ausrangierte Privaträder können direkt vorbeigebracht werden

Die Fahrradwerkstatt hat Tobias Buderer seit 2004 gemeinsam mit seiner Frau Ivonne Buderer-Hidalgo aufgebaut. Der Kreislaufgedanke stand von Anfang an im Fokus: Ressourcenschonung ist den Buderers seit jeher ein Anliegen. Früher schickten die Unternehmer noch brauchbares Material sogar bis nach Afrika. Inzwischen sei "Bud’s Bikes" so gewachsen, dass alles vor Ort verarbeitet werde, berichtet Ivonne Buderer-Hidalgo.

Wer ein ausrangiertes Privatrad hat, kann dies in der Liebigstraße 7 abgeben. Das Unternehmen bekommt aber auch Altfahrräder von Händlern, zudem gebe es eine gute Zusammenarbeit mit der Abfallwirtschaft der Stadt Emmendingen, sagt Ivonne Buderer-Hidalgo. Sie würde sich wünschen, dass auch die "Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg" (ASF) auf dem Recyclinghof, der ganz in der Nähe des Firmengeländes liegt, auf die Möglichkeiten bei "Bud’s Bikes" hinweist.

Auch städtischer Recyclinghof nimmt Alträder an

Die ASF habe sich damit bislang schwer getan, sagt Geschäftsführer Michael Broglin, weil sie niemanden bevorzugen wolle. Womöglich gebe es in Freiburg weitere Fahrradwerkstätten mit ähnlichem Konzept. Weder Tobias Buderer noch Zweiradmechaniker-Innungs-Obermeister Werner Metzger ist das jedoch bekannt. Der Recyclinghof nimmt ebenfalls ausrangierte Fahrräder an. Abgegeben werden könnten diese inklusive Rädern, Sätteln oder Plastikgriffen, so Broglin. Die Materialien würden dann bei der Verwertung getrennt.