Hochschwarzwald

Bürgermeister äußern Verständnis für Stopp des Modellprojekts

Peter Stellmach, Sebastian Heilemann

Von Peter Stellmach & Sebastian Heilemann

Do, 01. April 2021 um 16:03 Uhr

Titisee-Neustadt

Das Land legt vorerst weitere Modellregionen nach Tübinger Vorbild auf Eis. Bürgermeister im Hochschwarzwald zeigen Verständnis, haben aber Erwartungen, wenn die Corona-Lage sich entspannt.

In einer gemeinsamen Stellungnahme von Löffingens Bürgermeister Tobias Link, auf den der Vorstoß zurückgeht, Titisee-Neustadts Oberhaupt Meike Folkerts und Tourismuschef Thorsten Rudolph heißt es: "Auch wir haben die steigenden Infektionszahlen der letzten Wochen kritisch beobachtet. Wenn es das Infektionsgeschehen wieder ermöglicht und der Rückhalt der Bevölkerung dafür spürbar ist, hoffen wir rasch auf ein positives Signal der Landesregierung".

Vor allem hoffe man auf eine möglichst rasche Öffnungsperspektive für die leidgeprüften Betriebe im Hochschwarzwald, deren Existenzen immer mehr bedroht sind. Im Klartext: "Nach dem Ausfall der Wintersaison wäre ein Verlust, auch von Teilen der kommenden Sommersaison, für die Betriebe verheerend."

Der Branche fehlt eine Perspektive

Link, Folkerts und Rudolph weisen noch einmal darauf hin, "Ziel der Bewerbung als Modellregion war und ist es, dem Tourismus unter den noch wohl länger andauernden Coronabedingungen ein Licht am Ende des nun monatelang anhaltenden Tunnels zu bieten". Aus ihrer Sicht ist es dem Hochschwarzwald mit seinen Gastgebern und Partnern gelungen, mit dem Hygiene- und Sicherheitskonzept "Wir für Sie", dem geplanten Testzentrum und der Einführung der Luca App Voraussetzungen zu schaffen, die einen ersten großen Schritt zur "Normalität" ermöglichen. Flankierend dazu leisteten der Zweckverband Hochschwarzwald und die HTG mit dem Impfzentrum in Titisee-Neustadt auch einen wichtigen Beitrag zur Immunisierung und zum Schutz der Bevölkerung.
Rückblick: Mit Schnelltests und Tagestickets sollen im Hochschwarzwald Tourismus und Handel in der Region wieder in Gang gebracht werden. Zehn Bürgermeister und der HTG-Chef fordern dies in einem Brief an Winfried Kretschmann.

Ganz überraschend kommt für Thorsten Rudolph die Entscheidung aus Stuttgart nicht. Die Entwicklung der vergangenen Tage und die Diskussionen mit Forderungen nach einem strengen Lockdown hätten gezeigt, "dass man nicht so optimistisch sein durfte". Reaktionen aus der Branche habe er noch nicht vorliegen. Man trete weiter auf der Stelle, es fehle jegliche Perspektive.

Oberrieds Bürgermeister wenig optimistisch

Bei der Formulierung, dass es vorerst keine weiteren Modellkommunen gebe, können man zwar interpretieren, dass es in Zukunft noch eine Möglichkeit gebe, doch besonders optimistisch zeigte sich Klaus Vosberg, Bürgermeister von Oberried nicht. Er hatte in der vergangenen Woche eine Anfrage an das Gesundheitsamt und an das Sozialministerium gestellt, mit dem Ziel auch als Modellkommune berücksichtigt zu werden. "Wenn die Tür einen Spalt aufgeht, werden wir versuchen den Fuß reinzubekommen. Aber das ist für mich erst mal eine Meldung, die ich als geschlossene Tür werten würde."

"Die Tests, die wir hier machen, werden super angenommen, das DRK schaut, dass es weitere Kapazitäten schafft. Wir werden weiter testen, testen, testen. Und können einfach nur hoffen. Dass sich die Menschen noch weiter mit der Situation arrangieren.