Jean-Marie Zoellé

Bürgermeister von Saint-Louis im Elsass an Covid-19 gestorben

Michael Neubauer

Von Michael Neubauer

Mo, 06. April 2020 um 17:49 Uhr

Saint-Louis

Der Bürgermeister von Saint-Louis im Oberelsass, Jean-Marie Zoellé, ist tot. Er starb an Lungenversagen in Zusammenhang mit Covid-19 in einer Klinik in Bonn, wie seine Familie mitteilte.

Jean-Marie Zoellé war laut Informationen der elsässischen Tageszeitung Dernières Nouvelles d’Alsace (DNA) am 28. März von Mulhouse aus in das Gemeinschaftskrankenhaus St. Petrus in Bonn eingeliefert worden. Er litt an Atembeschwerden im Zusammenhang mit Covid-19.

Er verstarb am Montag, 6. April, in dem deutschen Krankenhaus. Zoellé war 75 Jahre alt.
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Zoellé war erst am 15. März im ersten Wahlgang der Kommunalwahlen erneut zum Bürgermeister von Saint-Louis gewählt worden. Er erreichte 84 Prozent der Stimmen. Damals kritisierte er, dass der Wahlgang in Zeiten von Corona überhaupt stattgefunden hat. Das sei ein Fehler gewesen, sagte er.

Die Präsidentin des Departement-Rats des Oberelsass, Brigitte Klinkert, sagte gegenüber den DNA, das Elsass verliere einen Politiker voller Menschlichkeit, der für seine Mitbürger stets ein offenes Ohr hatte. Sie lobte sein großes Engagement für die Zukunft von Saint-Louis und auch für die Beziehungen mit den schweizerischen und deutschen Nachbarn.

Trauer in Lörrach

"Der Maire der elsässischen Stadt Saint Louis, ein guter Freund der Stadt Lörrach und ein Kämpfer für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist nicht mehr unter uns", schreibt Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz auf seiner Facebookseite. "Ich habe seine zupackende und zugleich menschliche Art sehr geschätzt." Zoellé habe viel in St. Loius bewegt. Auch in schwierigen Zeiten habe er sich für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Trinationalen Eurodistrict Basel eingesetzt.