Nahverkehr

Bundestagsabgeordneter fordert mehr Gleise für die Breisgau-S-Bahn

Manfred Frietsch

Von Manfred Frietsch

Mi, 05. Februar 2020 um 19:04 Uhr

Südwest

Die Pannen-S-Bahn beschäftigt jetzt auch die Bundespolitik. Der grüne Parlamentarier Matthias Gastel schlägt den Bau zweigleisiger Abschnitte zwischen Breisach und Donaueschingen vor.

Wegen der Probleme bei der Breisgau-S-Bahn schaltet sich jetzt auch die Bundespolitik ein. Der grüne Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel fordert das Verkehrsministerium des Landes auf, den Bau von zweigleisigen Abschnitten auf der Ost-West-Achse zwischen Breisach und Donaueschingen zu prüfen. Damit sollten Begegnungsmöglichkeiten für die in beide Richtungen fahrenden Züge geschaffen werden, um den Fahrbetrieb zu stabilisieren.

In einem Schreiben an den ebenfalls den Grünen angehörenden Landesverkehrsminister Winfried Hermann erklärte Gastel, das Betriebskonzept der Strecke mit durchgehenden Zügen und umsteigefreien Verbindungen sei eine gute Idee, aber zugleich sehr anspruchsvoll. Die bis zu 120 Fälle am Tag, an denen Züge in Gottenheim und Titisee zur Weiterfahrt gekoppelt oder in Gegenrichtung getrennt werden – das so genannte Flügeln – erweise sich als sehr störanfällig, was zu Verspätungen führe.

Zusätzliche Begegnungsgleise waren geplant – dann wurden sie gestrichen

Mit mehr Doppelspurabschnitten sowie Kreuzungsbahnhöfen, in denen Zügen beider Richtungen gleichzeitig halten können, wäre ein zuverlässigeres Fahrangebot möglich. Ein solcher Ausbau der Strecke könne es auch möglich machen, zusätzliche Verbindungen in dem Ost-West Korridor von Freiburg über Donaueschingen in Richtung Ulm/München sowie Rottweil/Stuttgart zu schaffen. Gastel, der Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages ist, fordert das Ministerium auf, solche Ausbaumöglichkeiten zu prüfen und dann rasch die Planungen dafür aufzunehmen.

Im ursprünglichen Ausbaukonzept waren zusätzliche Begegnungsgleise geplant, so bei Ihringen, im Bereich Landwasser und im Dreisamtal. Diese wurden wegen der ab 2012 errechneten enormen Kostensteigerungen gestrichen. Der Halbstundentakt auf der Ost-West-Achse mit den Koppelmanövern in Gottenheim und Titisee wurde dennoch als Betriebskonzept beibehalten. Nach den gleich am ersten Betriebstag, dem 15. Dezember, auftauchenden Problemen werden derzeit im wesentlichen nur Züge in Titisee gekoppelt und geflügelt. Vom 17. Februar an sollen auch diese Manöver weitgehend entfallen. Das führt dann aber zu mehr Umsteigevorgängen, die das ursprüngliche Betriebskonzept ja vermeiden wollte.

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