Jugendtreff

Bußgelder sollen am Jugendpavillon in Kollnau disziplinierend wirken

Sylvia Sredniawa

Von Sylvia Sredniawa

So, 28. Juni 2020 um 10:49 Uhr

Waldkirch

Der Ortschaftsrat Kollnau beschäftigt sich mit dem Entwurf einer Satzung oder Polizeiverordnung, um die Probleme zwischen dem Jugendpavillon in Kollnau und den Nachbarn in den Griff zu bekommen.

Die Bürgerfragestunde in der Ortschaftsratssitzung in Kollnau wurde erneut von mehreren Bürgern genutzt, sich über Gruppen zu beschweren, die sich am Pavillon nahe der Georg-Schindler-Halle treffen. Die Probleme bestünden nun schon seit drei Jahren, die Anwohner seien von den Zuständen, aber auch den erfolglosen Beschwerden, die keine Veränderungen nach sich ziehen, mürbe. Besonders im Sommer – auch jetzt während der Corona-Epidemie – träfen sich Jugendliche und auch Erwachsene bis spät in die Nacht. Vielleicht wäre es auch im Sinne der Jugendlichen, wenn der Pavillon verlegt würde, denn auch sie könnten dort nicht sein wie sie wollen, sagte eine Anwohnerin.

Anwohner fordern anderen Standort

Ortsvorsteherin Gabi Schindler nannte die Verlegung keine Lösung, da damit das Problem nur verlagert würde, sagte aber, wenn es wirklich einen geeigneten anderen Standort in Kollnau gäbe, sei der Ortschaftsrat dafür sicher offen. Schindler kündigte für den selben Abend eine nichtöffentliche Vorberatung über einen Satzungsentwurf an, der durch genaue Regelungen zu Nutzungszeiten, Lärm, Müll, Alkohol, parkenden Autos am Pavillon und anderen Punkten der Polizei die Handhabe bieten soll, Bußgelder gegen die Anwesenden zu verhängen. "Wenn man sie denn erwischt", kommentierte eine Bürgerin. Zuweilen sei es so, dass alle blitzartig verschwinden, wenn die Polizei kommt, und dann wieder erscheinen, wenn sie wieder weg ist. Die zuletzt häufigen Kontrollfahrten der Polizei an den Nachmittagen nahm man zur Kenntnis, aber abends seien sie sinnvoller.

Gute Erfahrungen in Elzach

In Elzach sei man ebenfalls mit einer Satzung beziehungsweise Polizeiverordnung gegen Brennpunkte vorgegangen, erläuterte Schindler, und habe damit die Probleme deutlich reduziert. Ganz wegbekommen werde man sie wohl nicht. Martin Hünerfeld (CDU) ergänzte, dass die Beschlussfassung zur Satzung oder Ergänzung der städtischen Polizeiverordnung auch noch auf die öffentliche Tagesordnung kommt, was Schindler bekräftigte. Das werde im Juli der Fall sein.

In der Gemeinderatssitzung einen Tag später begrüßte auch Polizeirevierleiter Ulrich Hildenbrand eine entsprechende Verordnung, die der Polizei Handhabe gibt, um gegen Auswüchse vorzugehen.