Ehemalige Stadträtin

BZ-Fragebogen, ausgefüllt von Brigitte von Savigny, freie Autorin für Kunstgeschichte

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Do, 12. September 2019

Freiburg

BZ-FRAGEBOGEN, ausgefüllt von Brigitte von Savigny (66), freie Autorin für Kunstgeschichte und ehemalige Stadträtin.

FREIBURG-WIEHRE (cfr). Dass sie nach einer Amtszeit nicht mehr als Kulturliste-Stadträtin gewählt worden ist, hat Brigitte von Savigny enttäuscht – doch es stoppt ihr Engagement nicht. Die 66-Jährige stammt aus Lörrach. Sie hat Bauzeichnerin gelernt und Kunstgeschichte studiert, eine Stiftung für zeitgenössische Gold- und Silberschmiedekunst und 15 Jahre lang das Schwarzwälder Skimuseum in Hinterzarten geleitet. Heute ist sie freiberufliche Autorin für zeitgenössische Kunst, Regionalgeschichte und Kunsthandwerk. Von Savigny lebt in der Wiehre.

Sie wollen sich weiter in der Politik engagieren?
Ja, ich bleibe in der Kulturliste, weil ich gemeinsam mit anderen aufpassen möchte, dass Kunst und Kultur nicht noch mehr aus Freiburg verschwinden. Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, damit das nicht passiert. Mein Vater war Kommunalpolitiker, ich kenne die Stadt und die Region gut, habe viele Veränderungen miterlebt. Und ich weiß, welche Bedeutung Kunst hat, sie begleitet mich selbst auf Schritt und Tritt.

Warum sind Kunst und Kultur so wichtig für eine Stadt?
Weil sie zum Nachdenken anstiften und uns immer vor Augen führen, wo wir stehen und wo es hingeht. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um bildende Kunst oder neuere Musik handelt, das trifft auf jede Form von Kunst und Kultur zu.

Was wollten Sie als Kind werden? Schneiderin.

Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?
Der Freiburger Stadtwald.

Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
Der "Löwen" in Lehen.

Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Handarbeit.

Worüber können Sie herzhaft lachen?
Über den wunderbaren Humor von Ludwig Quaas.

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit? Laufen im Wald.

Welches Buch hat Sie in jüngster Zeit am meisten beschäftigt?
"Der Boxer" von Szczepan Twardoch.

Wann waren Sie zuletzt in der Kirche? Vor einigen Tagen in St. Ottilien in Obertüllingen.

Wann waren Sie zuletzt im Kino?
Im Film "Gundermann".

Welche Musik hören Sie gerne?
Geistliche Musik.

Wovor haben Sie Angst?
Vor Gewitter.

Was mögen Sie an sich selbst?
Meine Zuversicht.
Haben Sie ein Vorbild?
Als junge Frau war das Annemarie Renger: SPD-Politikerin und Präsidentin des Deutschen Bundestags von 1972 bis 1976.

Was bringt Sie auf die Palme?
Geschwätz.

Wo machen Sie gerne Urlaub?
An ruhigen Orten am Waldrand.

Ihr größter Erfolg?
Schattenfuge – meine Ausstellung zum 250. Geburtstag des Dichters und Theologen Johann Peter Hebel.

Sie bekommen eine Zeitreise geschenkt – wohin reisen Sie?
Zum Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts. Eine Wanderung mit Johann Peter Hebel auf den Belchen durch unberührte Landschaft und im Klang des schönen Alemannisch.
Mit wem würden Sie gern mal einen Tag lang tauschen?
Mit einer Marktfrau auf dem Münstermarkt: den Tag früh beginnen, eigene Sachen verkaufen, mit Kunden sprechen, und das alles am Münsterturm.

Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit? Wenn die Stadt noch eine Million draufsattelt, schenke ich sie dem Stadtjubiläum.

Bitte vervollständigen Sie: Am Herd gelingen mir am besten ...
... Bohnen- und Linsengerichte.

Die Zeit vergesse ich, wenn ...
... ich durch den Kaiserstuhl wandere.

Einmal im Leben will ich unbedingt ...
... auf den Spuren von Johann Georg Seume zu Fuß nach Syrakus.

Als Oberbürgermeisterin von Freiburg würde ich ...
... alles unternehmen, damit junge Künstlerinnen und Künstler in die Stadt zurückkehren und ihnen Ateliers, Proberäume und Werkstätten zu Verfügung stellen.