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BZ-Telefonaktion: Fragen und Antworten zur cleveren Geldanlage

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 25. April 2019 um 16:30 Uhr

Wirtschaft

Wie kann man das Ersparte trotz Niedrigstzinsen mehren? Was muss man beim langfristigen Vermögensaufbau beachten? Vier unabhängige Vermögensverwalter gaben Ratschläge.

Was tun mit dem Ersparten? Das ist keine einfach zu beantwortende Frage. Sichere Anlagen wie ein Sparbuch bringen allenfalls eine sehr spärliche Verzinsung. Dann doch lieber in Aktien, Fonds oder Immobilien investieren? Solche Fragen beantworteten am Donnerstag vier unabhängige Vermögensverwalter bei einer Telefon- und Chataktion der BZ zur Geldanlage.

» Sascha Anspichler , FP Asset Management GmbH, Freiburg,
Tel.  0761/496 9801
Rainer Laborenz, Azemos Vermögensmanagement GmbH, Offenburg,
Tel. 0761/496 9802
» Udo Winterhalder, GFA Vermögensverwaltung GmbH, Herbolzheim,
Tel.  0761/496 9803

Claus Walter, Freiburger Vermögensmanagement GmbH. Er beantwortet die Fragen, welche die BZ-Leser über den Internet-Chat stellen. Schreiben Sie an:
telefonaktion@badische-zeitung.de

Sie finden die Antworten auf

http://www.badische-zeitung.de

Frage: Ich habe 40.000 Euro, die ich gerne anlegen möchte.Ein Angebot meiner Hausbank überzeugt mich nicht richtig: Anlage in Aktien,Inmobilienfonds und Wertbriefen. Nur in Gold anlegen überzeugt mich auch nicht, und ist großen Schwankungen unterworfen.
Gerade bei Ankauf und Verkauf.Möchte das Geld so anlegen, dass ich jederzeit oder zumindest nach 1-2 Jahren darauf zurückgreifen kann.Bin Rentner mit einer Witwerrente von 1500 Euro.Dazu kommen ca. 350 Euro durch einen Nebenjob. Ab Mai 2020 kommt meine eigene Rente mit ca. 500 Euro pro Monat dazu.
Lebe in einer bezahlten Eigentumswohnung.

Antwort: Als Notgroschen würde sich hier eine Anlage in Tages- oder Festgelder anbieten, die schnell verfügbar sind. Allerdings werfen die derzeit keine reale Rendite ab. Deswegen könnte der übrige Teil, um doch noch eine Rendite zu erzielen, in eine gemischte Anlage von Aktien, Anleihen und Gold fließen. Das Mischungsverhältnis hängt von Ihrem persönlichen Chance-Risiko-Profil ab.

Frage: Ich habe 100.000 Euro geerbt. Ich bin 69 Jahre alt und habe eine kleine Eigentumswohnung. Wie kann ich das Geld am besten anlegen? Was halten Sie von dem Erwerb von Anteilen aus Solaranlagen?

Antwort: In Solaranlagen angelegtes Geld ist relativ illiquide, es kann nicht flexibel darauf zugegriffen werden. Deswegen sollte nicht das ganze Kapital in eine solche Anlageform fließen, um ein Klumpenrisiko zu vermeiden. Bei Solaranteilen handelt es sich um ein Beteiligungsangebot und Sie sollten zudem genau die Konditionen prüfen und die Risiken kennen. Um eine Mischung aus Flexibilität und Rendite zu haben, bietet sich ergänzend eine gestreute Wertpapieranlage an. Also eine Kombination aus unterschiedlichen Anlageformen, wie Aktien, Zinspapieren und Sachwerten, zusätzlich sollte ein liquide Reserve zurückbehalten werden.

Frage: Ich bin 24 Jahre alt und habe seit Anfang meiner Ausbildung (2011) eine Riester Rente bei Union Investment. Da ich der Meinung war, dass sich die Riester Rente für mich nicht lohnt, habe ich mich dazu entschieden, diese beitragsfrei zu stellen und demnächst in eine andere Anlageform umzuschichten.
Besteht eine Möglichkeit dieses Vermögen anzulegen, ohne die erhaltenen staatlichen Förderungen zurückzuzahlen? Was wäre die "beste" Möglichkeit um dieses Geld für die Rente anzulegen? (Aktien, ETF?)

Antwort: Sollen die Förderungen erhalten bleiben, können Sie entweder in selbstgenutztes Wohneigentum oder ein anderes Riesterprodukt Kapital übertragen. Eine attraktivere fondsgebundene Riesterversicherung kann hier eine Alternative sein, allerdings müssen Sie hier genau darauf achten, dass die Kosten in einem adäquaten Verhältnis zur Renditeaussicht stehen. Als alternative außerhalb der Riesterförderung bietet sich eine Anlage in einem ETF-Sparplan an, allerdings gibt es hier keine Kapitalgarantie dafür die Aussicht auf höhere Erträge.

Frage: Wir sind ein Ehepaar, das in circa zwei Jahren in Rente gehen wird. Wir würden gerne einen Teil unserer Ersparnisse, sprich 200.000 Euro, möglichst risikoarm anlegen. Zur Zeit liegt das Geld auf einem Tagesgeldkonto und erzielt keinen Cent Zinsen, was wir auf Dauer sehr unbefriedigend finden. Welche Anlagearten können Sie uns empfehlen?

Antwort: Festverzinsliche Wertpapiere mit gestaffelten Laufzeiten können hier eine schwankungsarme aber trotzdem noch rentable Alternative sein. Um das Kapital besser zu diversifizieren bietet sich eine Streuung des Vermögens an, wie sie zum Beispiel Mischfonds aufweisen, die unter anderem auf Aktien und ertragreiche Anleihen setzen. Die geeignete Struktur hängt davon ab, mit welchen Schwankungen sie noch gut schlafen können.

Frage: Was mache ich mit 40.000 Euro, die ich anlegen möchte . Ich weiß, es ist nicht sehr viel, aber unters Bett bringt es ja auch nichts. Hatte schon die Überlegung, es in Gold anzulegen, aber sicher bin ich mir auch nicht. Würde gerne erfahren, was gut für mich wäre.

Antwort: Gold als alleinige Anlageform kann Wertschwankungen unterliegen, weil es extrem von Angebot und Nachfrage abhängt und keine laufende Verzinsung bietet. Nach dem Prinzip "Nicht aller Eier in einen Korb legen" sollten sie auch beispielsweise in Aktien und Anleihen investieren - kompakt geht das über Mischfonds. Vorausgesetzt Sie behalten sich eine Reserve für kurzfristige Ausgaben zurück, allerdings gehört die nicht unters Bett, sondern auf ein Tagesgeldkonto.

Frage: Aus einem Wohnungsverkauf stehen 200.000 Euro für eine (sichere) Anlage zur Verfügung. Das Geld kann jedoch nicht langfristig angelegt werden, da es voraussichtlich im Laufe der nächsten Jahre für den Aufenthalt in einem Pflegeheim gebraucht beziehungsweise aufgebraucht wird. Gibt es eine interessante gewinnbringende Anlagemöglichkeit, die mindestens die Inflationsrate ausgleicht?

Antwort: Leider gibt es mehr denn je den klassischen Konflikt zwischen Rendite, Verfügbarkeit und Sicherheit. Ihr oberstes Ziel ist zunächst die Absicherung, deswegen kommen für den Großteil nur Tages- oder kurze Festgelder in Frage, auch wenn das derzeit nicht real gewinnbringend ist. Nur Gelder die mittel- bis langfristig nicht gebraucht werden, kann eine attraktivere, aber eben auch schwankungsreichere Anlageform ins Auge gefasst werden, die Aktienkomponenten enthält.

Frage: Ich habe seit 2007 einen Riestervertrag bei der Sparkasse mit steigenden Bonuszinsen. Grundzins zwischenzeitlich 0 %, Bonuszins zwischenzeitl. Bei 1 % ab 16. Jahr 1,25 u. ab 21.Jahr 1,5 %. Einmaliger Schlussbonus ab 6.Jahr 0,25 %.Der Sparkassenberater hat im Zuge der Beitragserhöhung eine Umstellung auf einen Fond-Sparplan Deka Fonds mit angebl. 5 % durchschn. Verzinsung empfohlen. Ich bin etwas skeptisch. Was halten Sie von dem Vorschlag ?

Antwort: Generell haben Fondsvariante schon eine Chance auf eine höhere Rendite, aber man muss sehr genau auf die Kostenseite achten. Fragen Sie doch einmal nach, ob die fünf Prozent nach Kosten tatsächlich erreicht wurden und für die Zukunft realistisch sind. Unter dem Strich sind bei Riesterprodukten nur die nominal eingezahlten Beiträge inklusiv staatlicher Zulagen garantiert, ob die in Aussicht gestellte Rendite erreicht wird nicht.

Frage: Ich würde gerne 200.000 Euro sicher, aber ertragreich für meine Alterssicherung anlegen, was ist Ihr Tipp? Fonds, Aktien v Unternehmen, Bundesobligationen..... Fragen über Fragen. Ich bin 50 Jahre, verheiratet, 2 Kinder

Antwort: Bis zum Rentenalter haben Sie noch etwas Zeit, deswegen kann ein Teil Ihres Ersparten in langfristig renditereichere Anlagen investiert werden, die ein Schwankungsrisiko haben. Grundsätzlich macht es Sinn in einem Vermögensaufbau die Bausteine Zinspapiere, Immobilien, Edelmetalle und Aktien zu mischen, da alle unterschiedliche Vorteile haben und dadurch Unwägbarkeiten vorbeugen können. Wenn Sie Fragen über Fragen haben, lassen Sie sich doch von mehreren kompetenten Beratern unverbindliche Angebote für Ihre individuelle Situation machen, um sich einen Überblick schaffen.

Frage: Ich bin etwas über 60 Jahre alt, wohne im schuldenfreien Eigenheim, habe Kinder und nun eine Erbschaft von 350.000 Euro anzutreten. Meine "laienhafte" Vorstellung wäre, ein Viertel davon anzulegen und drei Viertel in eine Immobilie zu investieren. Dieses Erbe, das schon zwei Generationen vor mir erwirtschaftet haben, soll nach meinem Tod an die Kinder weitergegeben werden. Welche Empfehlung können Sie mir geben, wie ich das Geld anlegen könnte?

Antwort: Wenn Sie Dreiviertel des Erbes in Immobilien investieren, kommt es zu einer Konzentration des Vermögens in diesem Bereich, da sie ja schon ein schuldenfreies Eigenheim haben. Zusätzlich stellt sich die Frage der späteren Aufteilung an die Kinder. Ist diese Frage kein Problem und Ihre Altersvorsorge bereits gesichert, könnten Sie das restliche Viertel langfristig in ein breit gestreutes Aktienportfolio oder Aktien-ETFs investieren. In der Vergangenheit konnte so eine überdurchschnittliche Wertentwicklung erzielt werden, aber das gilt nur für längere Anlagezeiträume bei denen Schwankungen nicht so stark ins Gewicht fielen. Sie können so auch ein Stück Produktivvermögen an die Kinder weitergeben, das sich historisch auch als Inflationsschutz bewährt hat.

Frage: Ich bin 78 Jahre alt und lebe mit meiner Frau in einem bezahlten, sehr schönen Einfamilienhaus. Ich besitze zwei Baugrundstücke im Wert von circa 1000000 Euro und ein Aktien-Depot im Wert von 120.000 Euro. Außerdem habe ich Bargeld von ca. 200.000 Euro, dass ich sicher anlegen möchte. Meine monatliche Rente beträgt. 2000 Euro. Für unvorhergesehene Vorkommnisse sollten 20.000 bis 30.000 Euro ohne Verlustrisiko täglich zur Verfügung stehen.

Antwort: Sie haben bereits eine sehr vernünftige Streuung in Ihrer Vermögensstruktur aufgebaut. Die angepeilten 20.000 bis 30.000 Euro Reserve sollten auf einem Tagesgeldkonto schnell verfügbar geparkt werden. Für die Anlage des nicht als Notgroschen benötigten Liquidität, wären gestaffelte Zinspapiere eine defensive aber noch verzinste Option. Das bildet eine Ausgleichsposition zu Ihrem bestehenden Aktienportfolio.

Frage: Ich habe circa 100 Euro monatlich zum Sparen übrig. Jetzt stellt sich mir die Frage, ob ich dieses Geld nutzen soll, um meine Einzahlung in die private Rentenversicherung zu erhöhen oder ist es ratsamer, das Geld in einem ETF - Sparplan anzulegen?

Antwort: Ein ETF-Sparplan kann eine gute Kombination zu einer privaten Rentenversicherung sein und ist auch flexibler als eine Erhöhung der Police. Hier können Sie die Höhe der Einzahlung frei gestalten oder auch bei Bedarf auf das komplette Kapital zugreifen. Beachten Sie allerdings das Risikoprofil des gewählten ETFs.

Frage: Meine Tochter (7 Jahre) soll von ihren Großeltern eine größere Summe (30.000-50.000 Euro) geschenkt bekommen. Das Geld soll ihr langfristig zu Ausbildungszwecken zur Verfügung stehen. Welche Form der Geldanlage würden Sie empfehlen (gerne unter Beachtung nachhaltiger Prinzipien)? Ist es möglich, festzuschreiben, dass das Geld nur für einen bestimmten Verwendungszweck zu verwenden ist?

Antwort: Schenkungen können unter Auflagen erfolgen, lassen Sie sich hier am besten von einem Fachjuristen beraten. Zur Geldanlage bieten sich hier Mischfonds, die auf Aktien und Zinspapiere setzen und strengen Nachhaltigkeitskriterien anwenden. Hier werden beispielsweise nur Aktien von Unternehmen ausgewählt, die hohe Umwelt- und Sozialstandards erfüllen. Es gibt hier eine Vielzahl von Anbietern und es findet sich sicher ein Produkt, das Ihren individuellen Vorstellungen von Nachhaltigkeit entspricht. Aufgrund des Anlagehorizonts darf die Struktur des Mischfonds auch einen höheren Aktienanteil aufweisen.

Frage: Als Verwaltungsratsvorsitzender einer Eigentümergemeinschaft habe kürzlich die Belege und den Jahresabschluss der Verwaltung geprüft. Hierbei ist mir aufgefallen, dass die Reparaturrücklage der Eigentümergemeinschaft in Höhe von rund 95000,00 auf einem Festgeldkonto ohne jeglichen Zinsertrag geparkt ist. Daher frage ich Sie heute - in dem Bewusstsein, dass höhere Zinsen ggfls. auch höheres Risiko bedeuten - Ist eine Anlageform mit Zinsertrag möglich, wobei natürlich eine kurzfristige Verfügbarkeit notwendig ist? Im Internet werden Banken gelistet, die Verzinsungen von 1 - 2 % ausweisen. Ist hier Vorsicht angebracht? Greift eigentlich bei einer Eigentümergemeinschaft auch die Absicherung von 100.000 Euro durch den Bankensicherungsfonds?

Antwort: Grundsätzlich gilt die Einlagensicherung bei einem Konto einer Eigentümergesellschaft für die einzelnen Mitglieder als entschädigungsberechtigte Eigentümer. Verfügbarkeit steht in diesem Fall an erster Stelle, deswegen scheiden rentablere aber volatilere Anlageformen aus. Daher sollten auch bei Tagesgeldangeboten die Qualität des Anbieters und der Einlagensicherung bewertet werden. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich für diesen Anlagezweck eher, in den sauren Apfel der Nullverzinsung zu beißen.

Frage: Wir haben einen Bauplatz in guter Lage, kein Bauzwang, für die heutigen Verhältnisse sehr groß. Wir, beide an die 70 Jahre, keine Kinder, eigene Immobilie vorhanden. Sollen wir diesen Bauplatz verkaufen und in eine Eigentumswohnung investieren, um etwas Rendite zu erzielen ?

Antwort: Die Preise für Eigentumswohnung sind stark gestiegen und bedenken Sie auch den Bewirtschaftungsaufwand. Sollten Sie eine laufende Miete oder das im Bauplatz gebundenen Kapital nicht für Ihren Lebensunterhalt benötigen, ist ein Verkauf nicht unbedingt angeraten.

Frage: Mich interessiert, ob es weiterhin sinnvoll ist, in Immobilien in Freiburg zu investieren, oder ob damit zu rechnen ist, daß die Preise fallen werden. Wir besitzen bereits eine Immobilie im Raum Freiburg, fühlen uns dort wohl, sind aber annähernd im Rentenalter. Wir möchten diese Immobilie nicht verkaufen, sondern so lange wir fit sind, selbst bewohnen und dann an die Kinder weiter geben. Da wir aber viele Treppen haben, überlegen wir eine Wohnung möglichst auch in unmittelbarer Nähe von Freiburg zu kaufen. Das könnte aber noch warten. Die Frage ist, wie vorhandenes Vermögen, das auf der Bank auf sinnvolle Verwendung wartet, zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll angelegt wird. Ist mit einem Crash zu rechnen? Ist es gut, in Gold zu investieren?

Antwort: Wenn Sie eine geeignete Wohnung finden, die Ihrer Lebensplanung entspricht, sollten sie im engen Freiburger Wohnungsmarkt eher zuschlagen. Preisschwankungen sind hier nicht das oberste Kriterium, es wird immer wieder Rücksetzer geben, aber beim begrenzten Angebot und der Attraktivität der Breisgaumetropole werden sich Rückschläge in Grenzen halten. Darüber hinaus gab es immer wieder Einbrüche am Aktien- und Goldmarkt, um im richtigen Moment Ihren Immobilienwunsch verwirklichen zu können, sollten sie sich nicht zu sehr von diesen Anlageformen abhängig machen. Zinsanlagen oder ein defensiver Mischfonds können hier eine Zwischenlösung sein.

Frage: Ich besitze zwei Wohnungen, eine davon selbst genutzt, und Unternehmensanleihen. Was würden Sie mir als Anlage für weitere 100.000 bis 150.000 Euro empfehlen? Aktien, ETFs, oder etwas anderes?

Antwort: Sie haben bereits Immobilien und Zinspapiere als Anlageformen abgedeckt, das ist bereits eine gute Vermögensbasis. In der Tat würde hier eine Investment in Produktivvermögen über global diversifizierte Aktien oder ETFs gut dazu passen. Bevor Sie an die Produktauswahl gehen, überlegen Sie grundsätzlich, welche generelle Vermögensaufteilung Sie anstreben und welcher Aktienanteil zu Ihrem Risikoprofil passt.

Frage: Ich verfüge über gut 400 Tsd Euro Festgeld. Das Geld ist für heutige Verhältnisse als Festgeld mit 1% Zins relativ gut angelegt in Ländern der EU - deckt aber nicht die Inflationsrate ab. Und macht in der ständigen Neuanlage auch Arbeit. Anlage über Fonds über meine Hausbanken haben mich regelmäßig enttäuscht- Ausgabeaufschlag- und dann nach Jahren wenn der Ausgabeauschlag augeglichen wurde- trotzdem minus- bei hohen Verwaltungskosten. Kleine Mengen besitze ich an Edelmetallen. Vorstellungen von Politikern Bargeld abzuschaffen um so einen besseren Zugriff auf die Bewertung des Geldes zu haben / bei der nächsten Euro Krise - stehen im Raum und sind beunruhigend. Welche Möglichkeiten einer sinnvollen - krisensicheren Anlage- gibt es noch?

Antwort: Die Verzinsung der 400.000 Euro von einem Prozent ist tatsächlich ordentlich. Bitte beachten Sie aber die Grenze der gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Institut und Kunde. Ein Notgroschen in Edelmetallen für alle Fälle kann sicher nicht schaden. Investments in Fonds lassen sich kostengünstig über Direktbanken oder ETFs umsetzen, dann drücken die Ausgabeaufschläge nicht so stark auf die Rendite. Gehen Sie es am besten strategisch an, welcher Anteil in Aktien und welche in sicheren aber begrenzt rentablen Zinspapieren bleiben soll. Um sich vor den angesprochenen Unsicherheiten im Euroraum zu schützen, kann eine internationale Diversifizierung auch in Fremdwährungen sinnvoll sein. Der beste Schutz vor Krisen ist immer eine breit aufgestellte Vermögensanlage.

Frage: Bin Frau ledig 69 Jahre. Habe ein kleines Vermögen und bräuchte Ihren Rat wie und wo ich das Geld ohne Risiko anlegen kann. Der größte Teil liegt seit Jahren auf einem Tagesgeldkonto. Was könnte ich tun?

Antwort: Ohne Risiko gibt es derzeit aufgrund der extrem niedrigen Zinsen keine rentablere Anlagemöglichkeit. Sie können aber natürlich bei Teilen des Vermögens Abstriche bei der Sicherheit machen, dafür aber chancenreicher investieren. Dies könnten zum Beispiel Unternehmensanleihen sein, offene Immobilienfonds oder eine vorsichtige Beimischung von Aktien.

Frage: Wie kann ich 120.000 Euro anlegen, mit gutem Ertrag. Trotzdem sollte es nicht zu langfristig gebunden sein, falls es unerwarteter Weise gebraucht wird. Noch eine Frage: Kann ich auch selbst auf dem Geld-und Finanzmarkt aktiv werden, um z. B. Broker oder Finanzinstitute zu umgehen, zwecks Kostenersparnis. Bin EU-Rentner, 62 Jahre, alleinstehend. Wohne im eigenen Haus.

Antwort: Selbst aktiv werden können Sie bei Direktbanken, die günstigere Konditionen ohne Beratung bieten, wenn Sie auf die Kompetenz eines Beraters verzichten können. Leider ist guter Ertrag und schnelle Verfügbarkeit in diesen Tagen ein Widerspruch. Es gilt hier die Balance zu finden und zum Beispiel nur einen Teil des Geldes ertragreicher anzulegen und somit die Gesamtrendite zu erhöhen. Einen Teil aufs Tagesgeldkonto, einen weiteren auf Zinspapiere und eine Beimischung von Aktien, könnte ein guter Kompromiss sein.

Der Chat ist nun beendet. Unbeantwortete Fragen werden von Herrn Walter persönlich per Mail beantwortet.