Kommentar

Chaotische Kommunikation zum Fahrplanwechsel

Bastian Bernhardt

Von Bastian Bernhardt

Mi, 17. Juni 2020

Kommentare

Bahnpendler sind sauer, Bürgermeister blicken selbst nicht durch: Die Kommunikation rund um den Fahrplanwechsel war suboptimal.

Große Aufregung herrschte dieser Tage. Der Fahrplanwechsel auf der Rheintalbahn schien dafür gesorgt zu haben, dass in der Ortenau die Bahnhalte Friesenheim, Orschweier und Ringsheim das Nachsehen haben. Die Klagen von Pendlern reichten bis in die Bürgerfragerunde der Gemeinderatssitzung in Friesenheim. Die Bürgermeister Erik Weide in Friesenheim und Dietmar Benz in Mahlberg äußerten sich zerknirscht bis verärgert angesichts ihrer Machtlosigkeit, die Verschlechterung im Fahrplan nicht verhindern zu können. Bei näherem Betrachten zeigt sich nun allerdings: Ganz so schlimm ist es nicht. Unterm Strich handelt es sich um eine Handvoll Haltezeiten, die an den drei Bahnhöfen entfallen. Und auch diese überraschend entstandenen Lücken im Fahrplan sollen bis zum Herbst wieder geschlossen sein. Dann, wenn die neuen Züge endlich nachgeliefert sind. Richtig dumm gelaufen scheint in diesem Kuddelmuddel jedenfalls die Kommunikation rund um den Fahrplanwechsel. Bahn und Land überboten sich zuletzt regelrecht mit Pressemitteilungen, in denen die schnelleren Verbindungen und besseren Züge gepriesen wurden. Dass hinter den Kulissen Krisenmanagement betrieben werden musste, weil die bestellten Züge nicht kamen und damit das gesamte Fahrplanwerk ins Wanken geriet, konnte man höchstens erahnen. Ziemlich lange Leitungen scheinen schließlich zwischen den Rathäusern und den Fahrplanmachern zu verlaufen. Die Sorge, dass die Fahrplanlöcher auf Jahre hin zementiert sein könnten, ist unbegründet. Vielleicht hätte hier die eine oder andere zusätzliche Videokonferenz geholfen, alle Akteure korrekt ins Bild zu setzen.