Umweltbürgermeisterin

Christine Buchheit tritt als Nachfolgerin von Gerda Stuchlik in Freiburg an

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Sa, 21. November 2020 um 14:28 Uhr

Freiburg

Freiburgs Grüne schlagen die 53-jährige Christine Buchheit als Umweltbürgermeisterin vor. Für die Nachfolge von Gerda Stuchlik gibt es jedoch mehrere Bewerbungen.

Christine Buchheit soll nach dem Willen der Grünen-Fraktion, die das Vorschlagsrecht hat, Nachfolgerin von Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik werden. Das bestätigte Fraktionsvorsitzende Maria Viethen. Neben der 53-Jährigen aus Berlin bewerben sich weitere Personen um die Nachfolge. Am 2. Februar stellen sich die Kandidatinnen im Gemeinderat vor.

Bereits im Juli war durchgesickert, dass sich die Grünen auf Christine Buchheit geeinigt hatten. Buchheit arbeitet derzeit in der Zentrale des Auswärtigen Amtes in Berlin. Im vergangenen Jahr hatte sie sich für die Stelle der Oberbürgermeisterin in Lahr beworben und landete mit 45 Prozent auf dem zweiten Platz. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder im Alter von 17, 16 und 14 Jahren.

Stuchlik tritt nicht wieder an

Bei den Grünen setzte sie sich gegen 24 Mitbewerberinnen und Mitbewerber durch; nun kandidiert sie in Freiburg, wo Gerda Stuchlik nach drei Amtsperioden nicht mehr antritt. Für die nächsten acht Jahre ist ihre Nachfolgerin damit für alle Bereiche des Dezernats II von Umwelt über Schulen bis zu Abfallwirtschaft zuständig.

Die AfD im Gemeinderat hatte am Mittwoch in einer Pressemitteilung geschrieben, es sei wohl bisher geplant, "das Verfahren ohne Vorstellung wenigstens der interessanten Kandidaten durchzuführen und dem Vorschlag der Grünen, Christine Buchheit, blind zu folgen" und spricht von "Wahlsimulation".

Vorstellung im Gemeinderat am 2. Februar

Das stimmt nicht, sagt Rathaussprecherin Martina Schickle: Es sei ausgemacht worden, dass sich am 2. Februar die Kandidatinnen oder Kandidaten dem Gemeinderat vorstellen. Bei Finanzbürgermeister Stefan Breiter und Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach, die Anfang 2018 neu beziehungsweise wiedergewählt wurden, waren die insgesamt drei Mitbewerber allerdings nicht zur Vorstellung im Gemeinderat eingeladen worden; auch Baubürgermeister Martin Haag trat im Oktober 2018 zu seiner Wiederwahl trotz zweier Mitbewerber allein vor das Gremium.

Für die Stuchlik-Nachfolge gebe es "mehrere Bewerbungen", so Schickle; nach BZ-Informationen sollen es fünf sein, darunter eine ehemalige ehrenamtliche Bürgermeisterin. Klar ist, dass die Grünen mit 13 von 48 Sitzen als größte Fraktion das Vorschlagsrecht haben. Dieses Prinzip sorgt immer wieder für Diskussionen. So monieren auch die Freien Wähler, der Gemeinderat werde mit dem Vorschlagsrecht vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Rechtslage ist laut Regierungspräsidium allerdings eindeutig: Der Wählerwille lasse sich an den gewählten Parteien ablesen und nicht an später gebildeten Fraktionsgemeinschaften.

Die Grünen teilten mit, sie hofften auf die Zustimmung des Gemeinderats für ihren Vorschlag. Am 2. Februar wird gewählt, am 7. April ist dann der erste Arbeitstag der neuen Bürgermeisterin.