Nahversorgung

Die Corona-Regeln ändern nur wenig am Gottenheimer Wochenmarkt

Hubert Gemmert

Von Hubert Gemmert

Di, 07. April 2020 um 14:17 Uhr

Gottenheim

An jedem Dienstag ist Wochenmarkt auf dem Rathausplatz in Gottenheim. Mehr Abstand beim Anstehen, etwas weniger ältere Besucher – doch sonst bleibt vieles wie gewohnt, berichten Beschicker

Seit mehr als fünf Jahren bieten die Marktbeschicker ihre regionalen Produkte an, diese werden von den Gottenheimer Bürgern gerne angenommen. Aber nun bietet sich auf dem Markt ein ungewohntes Bild. Der Weinbrunnen, der nach dem Einkauf oft Anlaufpunkt war, ist geschlossen. Einige Anbieterfehlen, das gewohnte Treiben ist einem disziplinierten Anstehen mit Abstand zum Nachbarn gewichen. Corona hat auch hier die Menschen voll im Griff.

Der Markt ist sonst auch ein Treffpunkt

"Solange es uns keiner verbietet, werden wir den Wochenmarkt weiter betreiben", erklärt Gottenheims Bürgermeister Christian Riesterer. "In einem Gespräch mit allen Marktbeschickern war die einstimmige Meinung, dass der Markt weiter betrieben werden muss. Seit seiner Entstehung ist er zu einem zentralen Punkt in der Gemeinde geworden. Er dient nicht nur zum Einkauf der Grundnahrungsmittel, er ist auch eine beliebte Plattform der Begegnung geworden. Fast alle Beschicker sind seit Anfang an dabei". Ob Brot, Fisch, Fleisch, Gemüse, Obst oder Käse, alles kann eingekauft werden.

"Es läuft alles problemlos", berichtet Joscha Maurer von Pikante aus Emmendingen. Er verkauft Antipasti jeglicher Art. "Wir haben keine Lieferprobleme, da zur Zeit keine Olivenernte ist und die Lager der Lieferanten noch voll sind. Auch die anderen Produkte sind genügend vorhanden. Der Wochenmarkt in Gottenheim ist eine persönliche Sache. Über die Jahre ist der Kontakt enger geworden, ich spüre die Dankbarkeit der Kunden". Maurer ist sicher, solange es geht, weiter zu verkaufen. Dies spüre man auch bei den Menschen, die zum Einkaufen kommen. Es kämen etwas weniger ältere Menschen und auch die Anzahl der Mütter mit Kindern habe etwas abgenommen. Allerdings mache das höchstens zehn Prozent aus, und dafür werde etwas mehr eingekauft. Es halte sich also die Waage.

"Unser Lager ist voll und es gibt keinen Engpass." Helga Präg, Marktbeschickerin
Auch Helga Präg aus Gottenheim steht an ihrem Obst- und Gemüsestand. Die Produkte sind frisch und in genügender Menge vorhanden. "Wenn doch etwas ausgehen sollte, gehen wir schnell nach Hause und holen Nachschub. Unser Lager ist voll und es gibt keinen Engpass. Da wir als kleines Familienunternehmen unsere Produkte selbst anbauen, ist alles vorhanden. Solange die Familie gesund ist, können wir die Wünsche unserer Kunden erfüllen. Wir spüren fast keinen Einbruch. Vor zwei Wochen war sogar ein überdurchschnittlicher Verkaufstag". Auch Helga Präg bestätigte, ihren Stand weiter zu betreiben.

Etwas weiter steht Agathe Hagios vom Apfelparadies in Gottenheim an ihrem Stand mit verschiedenen Apfelsorten und Schnäpsen. "Ich spüre einen leichten Rückgang der Kunden, besonders spürt man es bei den Älteren. Aber immer noch wird der Markt sehr gut angenommen. Auch ich habe keine Probleme mit meinen Waren. Es sind noch genügend Äpfel auf Lager. Im Moment machen uns die kalten Nächte mehr zu schaffen. Durch die Minusgrade sind die Blütenansätze gefährdet. Seit vier Nächten beregnen wir unsere Bäume, um sie vor dem Frost zu schützen. Denn auch in Zukunft sollen die Marktbesucher genügend Produkte einkaufen können". Einkaufen auf dem Markt ist in Gottenheim zu einer Selbstverständlichkeit geworden und es gab einige enttäuschte Gesichter, dass dieses Mal ein paar Stände wegen Krankheit nicht da waren.