Überbrückungsgelder

Corona-Hilfen: Umsätze im Ausland zählen

Barbara Schmidt

Von Barbara Schmidt

Do, 18. Februar 2021 um 19:38 Uhr

Wirtschaft

Um die Hilfen für Firmen in der Corona-Krise gibt es viel Ärger. Nun wurde nachgebessert. Auch Umsatz im Ausland wird angerechnet.

Bei der staatlichen Überbrückungshilfe können deutsche Unternehmen neuerdings auch Umsätze anrechnen lassen, die sie im Ausland erzielt haben. "Das sind gute Nachrichten für die vielen grenzüberschreitend tätigen Unternehmen bei uns, zum Beispiel Handwerker und Veranstaltungstechniker", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) am Donnerstag. Tatsächlich gab es bisher Betriebe, die aufgrund der fehlenden Anrechenbarkeit ausländischer Umsätze weniger Hilfe erhielten oder ganz durchs Raster gefallen seien, bestätigte Christina Gehri von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südlicher Oberrhein auf BZ-Anfrage.

Diese Betriebe scheiterten bisher schon an der ersten Zugangsvoraussetzung für die Überbrückungshilfe: dem Nachweis eines deutlichen Umsatzrückgangs. Um beispielsweise die Überbrückungshilfe III zu bekommen, die von November 2020 bis Juni 2021 gilt, müssen die Firmen in einem Monat einen coronabedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent nachweisen. Vergleichsgrundlage ist jeweils der entsprechende Monat des Jahres 2019. Bislang mussten sie aus ihren Umsätzen aber alle im Ausland erzielten herausrechnen – bei Betrieben in Grenznähe konnte das insbesondere vor Beginn der Corona-Pandemie ein ordentlicher Batzen sein.

Neuerdings zählen die ausländischen Umsätze dazu – allerdings nur jene für Dienstleistungen, bei denen der Leistungsort nicht im Inland liegt, wie Gehri betonte. "Durch Warenimporte erzielte Umsätze gelten nicht", erläuterte die stellvertretende Leiterin des Geschäftsbereichs Standortpolitik und Unternehmensförderung bei der IHK. Voraussetzung sei auch, dass der Sitz des Unternehmens in Deutschland liegt.