Pandemie

Coronavirus-Mutation ist wohl bereits in Deutschland

AFP

Von AFP

Mi, 23. Dezember 2020 um 08:05 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Mutation unerkannt in Deutschland sei, sei "sehr, sehr hoch", sagt der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler.

Vermutlich befindet sich die in Großbritannien und anderen Ländern nachgewiesene Mutation des Coronavirus bereits in Deutschland: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Mutation unerkannt in Deutschland sei, sei "sehr, sehr hoch", sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, am Dienstag.

Der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, schrieb zu den neuen britischen Daten zu der B.1.1.7 genannten Mutante auf Twitter, "das sieht leider nicht gut aus". Eine Kontaktreduktion scheine aber wie beim bekannten Erreger des Coronavirus auch gegen die Verbreitung der Mutante zu wirken.

Trotz der Unsicherheit geht RKI-Präsident Wieler davon aus, dass die Impfstoffe gegen das Coronavirus auch bei einem mutierten Erreger helfen: "Alles spricht dafür, dass der Impfschutz nicht eingeschränkt ist, wenn sich diese Variante weiter ausbreitet." Auch der Chef der Mainzer Firma Biontech, Ugur Sahin, geht davon aus, die Mutation des Coronavirus mit dem in seinem Unternehmen entwickelten Impfstoff in den Griff zu bekommen.

Der bestehende Impfstoff gegen das Coronavirus könnte, falls erforderlich, binnen sechs Wochen "umgearbeitet" und speziell auf die Mutation zugeschnitten werden, sagte Sahin. Dies wäre "technisch innerhalb kürzester Zeit" möglich, allerdings müsste ein neuer Impfstoff noch einmal ein Zulassungsverfahren durchlaufen.

RKI-Präsident Wieler appellierte am Dienstag unabhängig von der Mutation des Virus’ eindringlich an die Bevölkerung, alle Kontakte "auf das absolute Minimum" zu reduzieren. Die Menschen sollten auf alle Reisen verzichten.