Damit die Ukrainer richtig ankommen

Susann Duygu-D’Souza

Von Susann Duygu-D’Souza

Fr, 20. Mai 2022

Kreis Lörrach

Helferkreis Asyl und die Stadt Waldshut-Tiengen stellen so einiges für Geflüchtete aus dem Kriegsgebiet auf die Beine.

. Sprachkurse, Freizeitaktivitäten und Alltagshilfen: Seit Beginn des Krieges in der Ukraine ist die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung im Kreis Waldshut groß. Auch in Waldshut-Tiengen haben sich zahlreiche Helfer gemeldet, die nicht nur Sachspenden anbieten, sondern auch Wohnungen oder Zimmer für die Geflüchteten zur Verfügung stellen.

Marion Pfeiffer, Ehrenamtskoordinatorin in der Flüchtlingsarbeit beim Diakonischen Werk Hochrhein, verdeutlicht: "Von rund 1600 Flüchtlingen, die im Landkreis Zuflucht suchen, sind bisher alle privat untergekommen. Das ist eine enorme Leistung." Allerdings seien die Kapazitäten wohl bald erschöpft, weshalb gerade die Vermittlung von Wohnungen weiter ein großes Thema bleibt.

Die Stadt hat zusammen mit dem Helferkreis Asyl in Waldshut-Tiengen zahlreiche weitere Hilfsangebote für die Geflüchteten auf den Weg gebracht. Stadtsprecherin Jaqueline Scheuch: "Begonnen hatte alles mit den beiden Helfertreffen in der Stadthalle Waldshut Mitte März, bei denen insgesamt etwa 200 Interessierte teilgenommen haben." Dort seien erste Ideen und Angebote gesammelt und Hilfsgruppen für sämtliche Lebenslagen gegründet worden. Gleichzeitig habe sich eine Koordinationsrunde aus Vertretern der Verwaltung, des Helferkreises Asyl Waldshut-Tiengen und dem städtischen Integrationsmanagement der Caritas gebildet. "Seit Ausbruch des Krieges trifft sich die Runde im wöchentlichen Rhythmus", so Scheuch.

In Gesprächen mit Ehrenamtlichen und Flüchtlingen stellte sich heraus, dass vor allem ein zentraler Umschlagplatz für Informationen benötigt wird, weshalb sich der "Offene Info-Treff Ukraine" gebildet hat. "Dort werden alle Menschen willkommen geheißen, die hier vor Ort Unterstützung anbieten möchten wie auch alle, die in Waldshut-Tiengen Unterstützung suchen," sagt Scheuch. Treffpunkt ist der Garten beziehungsweise der Veranstaltungsraum der Stoll-Vita-Stiftung in der Brückenstraße 15 in Waldshut, immer donnerstags von 18.30 bis 20.30 Uhr.

Die evangelische Kirchengemeinde bietet 14-tägig ein Begegnungscafé in der Versöhnungskirche in Waldshut von 15 bis 17 Uhr an. Das nächste Treffen findet am Montag, 23. Mai, statt. Angepasst an die Unterstützung, die die Geflüchteten aktuell am meisten benötigen, haben sich mehrere Sprachangebote etabliert, die komplett von Ehrenamtlichen geleitet werden. Kontakt gibt es über Marion Pfeiffer von der Diakonie Hochrhein. Sie ist als Ehrenamtskoordinatorin für den Helferkreis die Ansprechpartnerin.

Die Volkshochschule Waldshut-Tiengen bietet zwei Erstorientierungskurse (EOK) für Geflüchtete in Waldshut und Detzeln an. In Detzeln sind noch Plätze frei – Anmeldungen nimmt die VHS unter Telefon 07751/833350 entgegen (Montag bis Freitag, 8.30 bis 12 Uhr).

Darüber hinaus wurden noch zahlreiche Freizeit-Angebote auf den Weg gebracht, um die Integration zu erleichtern. Besonders hervorzuheben ist die Idee zweier junger Erwachsener, die gleichaltrige Geflüchtete zu einem entspannten Samstagabend, also einem "Saturday Evening Event" einladen wollten. Beim ersten Offenen Info-Treff in der Stoll-Vita-Stiftung entstanden die ersten persönlichen Kontakte zu Jugendlichen, die die Ukraine verlassen mussten. Nun fand das Event bereits zum zweiten Mal statt im Jugendzentrum JuZ in Tiengen. Nächster Termin ist voraussichtlich am Freitag, 3. Juni.

Und auch für ukrainische Kinder wird gesorgt: Es gibt zwei Kindersprachkurse in Tiengen, die von Ehrenamtlichen geleitet werden, Kinderturnen im Netzwerk für Kinder, http://www.netzwerk-waldshut.de und einen Malkurs. Doch auch wenn zahlreiche Angebote bereits auf den Weg gebracht wurden, werden in vielen Bereichen immer noch dringend weitere helfende Hände benötigt.

Wer Interesse hat, den Helferkreis zu unterstützen, kann sich an Marion Pfeiffer (siehe Infobox) wenden. Nach wie vor werden eigenständige Wohneinheiten und Jobangebote für Geflüchtete benötigt. Diese können an [email protected] gemeldet werden.