Verkehr

Das Basler "Herzstück" benötigt einen Tiefbahnhof beim SBB

sda

Von sda

So, 27. Juni 2021 um 15:52 Uhr

Basel

Mit einem Tunnel sollen die beiden Basler Bahnhöfe verbunden werden. Das sogenannte Herzstück ist das Kernelement des trinationalen S-Bahn-Systems. Dafür braucht es einen Tiefbahnhof beim SBB.

Das Großprojekt S-Bahn-Herzstück Basel lässt sich ohne einen neuen Tiefbahnhof beim Basler Bahnhof SBB nicht verwirklichen. Das Schweizer Bundesamt für Verkehr hat zusammen mit den beiden Basel, den SBB und weiteren Partnern deshalb eine Vorstudie für einen Tiefbahnhof lanciert. Zu diesem Schluss sind die Projektträger aufgrund von Grundlageszenarien für den Ausbau des Bahnknotens Basel gekommen, welche die SBB im Auftrag des Bundes erarbeitet haben, wie das Bundesamt für Verkehr (BAV) am Freitag mitteilte.

Die von den beiden Basel 2017 eingereichte Projektidee für das Bahn-Herzstück ging noch davon aus, dass auf einen teuren Tiefbahnhof SBB verzichtet werden könne. Die Vorabklärungen hätten nun ergeben, dass für den Ausbau des trinationalen S-Bahn-Netzes, aber auch des Fern- und Güterverkehrs zusätzliche Bahnsteigkanten nötig sein werden, so das BAV. Diese ließen sich oberirdisch aber nicht realisieren.

Weiter geprüft werden soll laut Mitteilung die eigentliche Idee des S-Bahn-Herzstücks mit einer unterirdischen Verbindung zwischen Bahnhof SBB und dem Badischen Bahnhof durch die Innenstadt mit einer Haltestelle Basel Mitte sowie Abzweigungen unter anderem zum St. Johann-Quartier und weiter zum Euroairport. Die Projektkosten werden grob auf neun Milliarden Franken geschätzt und müssten über mehrere Ausbauschritte des Bundes und somit auch mehrere Jahrzehnte verteilt werden, so das BAV.

Für die Regierungen ist es ein "Meilenstein"

Die Regierungen beider Basel bezeichnen diesen Entscheid in einer gemeinsamen Mitteilung als "Meilenstein" auf dem Weg zum langfristigen Ausbau des Bahnknotens Basel. Er gebe eine erfreuliche Stoßrichtung zu einer leistungsfähigen trinationalen S-Bahn vor, schreiben sie. "Erfreulich ist vor allem, dass das Projekt Herzstück konkret weiterverfolgt wird, sagte die Basler Bau- und Verkehrsdirektorin Esther Keller.

Das BAV schreibt aber, dass der Entscheid über die Stoßrichtung noch keine Zusage für die Aufnahme der Projekte in die nächsten Ausbauschritte sei. Voraussetzungen seien der Nachweis einer "zufriedenstellenden Wirtschaftlichkeit" und entsprechende Beschlüsse des eidgenössischen Parlaments. Die Vorlage für einen nächsten Ausbauschritt werde voraussichtlich Ende 2026 ans Parlament überwiesen. Angesichts des langfristigen Zeithorizonts für eine Realisierung des Herzstücks mit Tiefbahnhof seien auch Teil-Elemente oder alternative Maßnahmen zu prüfen.

Handelskammer beider Basel begrüßt den Richtungsentscheid

Bei den Alternativen macht man sich aber offenbar keine großen Hoffnungen. Es habe sich gezeigt, dass die nötige Kapazität mit günstigeren Maßnahmen in einem vergleichbaren Zeitraum und mit einer entsprechenden Planungssicherheit nach jetzigem Wissensstand nicht geschaffen werden könne.

Die Handelskammer beider Basel begrüßt den Richtungsentscheid. Damit seien wichtige Weichen für ein leistungsstarkes S-Bahn-System in der trinationalen Region gestellt und das Projekt nehme Fahrt auf, teilte sie mit.