Museen-Geheimtipps (18)

Das Flößereimuseum in Gengebach lässt die Geschichte des Transportwesens aufleben

Franz Schmider

Von Franz Schmider

Fr, 03. März 2017 um 00:00 Uhr

Gengenbach

In der Ausstellung darf niemand den Nachbau eines echten Floßes erwarten. Denn die Flöße müssten in der nahen Kinzig liegen – und sie müssten mindestens hundert Meter lang sein.

Für die Größe der Aufgabe ist das Haus ziemlich klein. Aber es ist gut ausgewählt und passend. Denn bis vor wenigen Jahrzehnten war das Gemäuer ein Dienstsitz.

Hier wohnte der Mann, der für den ungestörten Zugverkehr vorbei an Gengenbach und weiter durchs Kinzigtal sorgen musste. Er hatte den Bahnübergang zu überwachen und pünktlich die Schranken zu schließen, die Einführung des automatischen Betriebes liegt erst rund 50 Jahre zurück – weshalb das Bahnwärterhaus frei wurde und zeitweise ungenutzt an dieser doch exponierten Stelle am Stadteingang stand.

Aber so wie die Zeiten und der technische Fortschritt den Arbeitsplatz des Schrankenschließers kosteten, so gehörte der Bahnwärter selbst zu jenen, die vor 170 Jahren den Fortschritt brachten, nicht nur ins Kinzigtal. Und mit ihren Dampflokomotiven entzogen sie den Flößern die wirtschaftliche Grundlage und lösten sie zudem als Transportunternehmer und Reiseveranstalter ab. Für das Flößereimuseum Gengenbach (ganz korrekt: Flößerei- und Verkehrsmuseum) ist das Haus also der angemessene Ort, bescheidene Größe hin oder her.

Zumal, wie Konrad Schily ausführt, niemand den Nachbau eines echten Floßes, erwarten darf in der Ausstellung. Denn die Flöße müssten in der nahen Kinzig liegen, sie müssten zudem mindestens ...

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