Förderunterricht in den Ferien

Das Interesse an der "Lernbrücke" im Dreisamtal ist ganz verschieden

Markus Donner

Von Markus Donner

Do, 30. Juli 2020 um 18:35 Uhr

Kirchzarten

In einigen Grundschulen im Dreisamtal wird in den Schulferien Förderunterricht angeboten. Das Förderprogramm heißt "Lernbrücken". Etliche Kinder haben Defizite in den Fächern Deutsch und Mathe.

"Lernbrücken" heißt das Förderprogramm, das das Land aufgelegt hat für Schülerinnen und Schüler von der Grundschule bis zur Sekundarstufe I. Die Idee: Schulkinder, die bedingt durch die Corona-Zeit und den fehlenden Präsenzunterricht an den Schulen Schwierigkeiten haben könnten, im Stoff des nächsten Schuljahres mitzuhalten, sollen die Möglichkeit erhalten, freiwillig in zwei Wochen der Sommerferien an einem Förderunterricht teilzunehmen. Das Land investiert rund 13 Millionen Euro. Wie setzen die Grundschulen im Dreisamtal und die Förderschule in Zarten dieses Angebot um? Die BZ hat nachgefragt.

» Grundschule Kirchzarten
Florian Gräßlin, Rektor der Grundschule Kirchzarten, findet die "Lernbrücke" sehr sinnvoll. Die Eltern hätten sehr positiv auf das für sie kostenlose Angebot reagiert. Er möchte für das Angebot ausschließlich Lehrkräfte einsetzen, die sich freiwillig dazu gemeldet haben. Da in der Grundschule in der Schwarzwaldstraße derzeit gebaut werde, habe man sich räumlich und organisatorisch mit der Zardunaschule in Zarten zusammengetan. "Wir haben gezielt Eltern angesprochen und Kinder eingeladen", sagt der Schulleiter. Weitere Kinder könnten sich auf Initiative ihrer Eltern noch melden. Bisher hätten sich 15 Kinder gemeldet, die gerne an der "Lernbrücke" teilnehmen wollten. Nach Einschätzung von Florian Gräßlin halten sich die Lerndefizite der Schüler insgesamt in Grenzen, was der engagierten Arbeit im "Homeschooling" während der Schließungsphase zu verdanken sei. Hier hätten Kinder und Eltern gleichermaßen mitgeholfen. "Wir werden hauptsächlich im Bereich Deutsch und Mathematik arbeiten, um zum neuen Schuljahr mit allen Kindern gut starten zu können", so der Rektor.

Tarodunumschule Burg
In der Tarodunum-Grundschule in Burg wird es keine "Lernbrücke" geben. Daher habe sich auch aus dem Lehrerkollegium niemand für den Zusatzunterricht gemeldet. Schulleiterin Katja Strothe zufolge seien die Standorte mit dem Angebot vom Schulamt festgelegt worden. Die sechs Kinder der Tarodunum-Grundschule würden von der Sommerbergschule im benachbarten Buchenbach mitversorgt. Die Rektorin hat die Kinder und Eltern gezielt auf das Lernangebot angesprochen. "Die meisten Eltern waren dankbar, dass die Kinder Stoff aufholen und üben können und somit hoffentlich motiviert in das neue Schuljahr starten können", sagt Katja Strothe. Die Schulleiterin bedauert, dass das Angebot sehr kurzfristig kam, und einige Eltern in Unkenntnis schon ihren Urlaub fest geplant hatten.

» Zardunaschule Zarten
Wie Schulleiterin Sophie Nizielski mitteilt, haben sich an der Zardunaschule in Zarten tatsächlich mehr als 65 Prozent der Lehrkräfte zusammen mit zwei Ehrenamtlichen bereit erklärt, "aus voller Überzeugung" bei der "Lernbrücke" mitzumachen. Aus organisatorischen Gründen wird die Grundschule Kirchzarten nach Zarten ausweichen. Insgesamt 16 Kinder von der 1. bis zur 8. Klassenstufe, die von den Lehrkräften vorgeschlagen worden sind, machten von dem Lernangebot Gebrauch. "Wir gestalten die ’Lernbrücke’ sehr individuell", sagte Sophie Nizielski. Im Vordergrund stünden am Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum die "Kulturtechniken" Mathematik und Sprache (Lesen, Schreiben). Nach Beobachtung der Schulleiterin hätten Kinder, die nicht vom Homeschooling profitieren konnten, in sämtlichen Bereichen große Defizite. Das erklärt die Rektorin auch damit, dass für einige Kinder einfach der schulische Alltag wichtig sei. So bekämen diese Schüler Routine und Struktur in ihren Alltag.

Sommerbergschule Buchenbach
an der Grundschule in Buchenbach sind es 14 Kinder, die an der "Lernbrücke" teilnehmen. Rektor Marcus Hain habe von den Eltern positive Rückmeldungen bekommen. Einige seien im Urlaub und könnten daher nicht teilnehmen. Sechs Kinder kämen aus Burg in die Sommerbergschule, da sich dort keine Lehrkraft für den Unterricht finden ließ. Ein weiteres Kind sei aus Stegen-Eschbach mit dabei, aus Buchenbach seien es sieben Kinder. Mit insgesamt 14 Schülerinnen und Schülern sei die Gruppe recht groß. Laut Marcus Hain sollen in den "Lernbrücken" die Grundkompetenzen in Deutsch und Mathematik wiederholt werden.

Grundschule Stegen-Eschbach
die Grundschule in Eschbach bietet keine "Lernbrücke" an, hat aber eine Lehrkraft rekrutiert, die an einer anderen Schule zur Verfügung stehen wird. Wie Schulleiterin Ulrike Eggers mitteilt, werde ein Kind aus Eschbach an einer benachbarten Grundschule unterrichtet. Es seien gezielt Eltern angesprochen worden, deren Kinder in der Corona-Zeit schwer erreichbar waren oder keine guten Lernbedingungen hatten. Wie an den anderen Grundschulen auch, seien die Lerndefizite in den Fächern Mathe und Deutsch am höchsten.