Das Lahrer Impfzentrum ist startklar

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Do, 14. Januar 2021

Lahr

Am 22. Januar wird mit den Impfungen in der Rheintalhalle begonnen – bei einem Presserundgang wurde deutlich, wie’s funktioniert.

. Es ist angerichtet. Theoretisch hätte der Betrieb des Impfzentrums in Lahr am Freitag beginnen können. Weil aber zu wenig Impfstoff vorhanden ist, starten die Kreisimpfzentren im Land erst am Freitag, 22. Januar. Anmeldungen für Lahr sind erst vom 19. Januar an möglich, zunächst gibt es nur 36 Impfungen täglich. Eines wurde beim Presserundgang mit Stadt und Landratsamt schon deutlich: Die Bereitschaft zur Unterstützung ist groß.

Das Ambiente
Eigentlich gab es für die Rheintal- und die Großmarkthalle in Lahr keine Nutzung mehr. Dann kam Corona. Jetzt stehen auf dem Hallenboden, wo früher Sportler geschwitzt haben, weiße Trennwände und einige Stühle. Es wird nicht mehr um Trophäen gekämpft, sondern gegen das Virus. Die beiden betagten Hallen im Lahrer Westen sind als eines der beiden Kreisimpfzentren des Ortenaukreises auserkoren worden. "Wir haben gleich gestreckt", sagt Oberbürgermeister Markus Ibert.

Mittlerweile ist alles für den Impfauftakt vorbereitet, draußen sind Parkplätze hergerichtet, drinnen folgt noch der EDV-Test. "Wir würden gern schon loslegen", sagt Diana Kohlmann vom Landratsamt, eine der Koordinatorinnen. Nur das Wichtigste fehlt eben noch: ausreichend Impfstoff.

Der Ablauf

Nach der Anmeldung im Vorfeld passiert man mit einem Terminblatt den Eingangsbereich der Rheintalhalle mit dem Sicherheitspersonal. Dann geht es in die Registrierkabine. Die Daten werden gecheckt, der Impfbogen ausgefüllt. Das dauert etwa fünf Minuten. Nächste Station ist der bestuhlte Wartebereich. Dort läuft ein Film mit Informationen zur Impfung. Den Film gibt es mit Untertiteln in verschiedenen Sprachen, auch Dolmetscher stehen bereit. Station drei ist die ärztliche Aufklärung in einer weiteren Kabine. Dort ist ausreichend Zeit für Fragen, die der Impfwillige einem Arzt stellen kann. Dann unterschreibt er die Einwilligung. Anschließend geht es in die Impfkabine. Dort werden immer zwei medizinische Fachangestellte vor Ort sein. Einer impft, einer dokumentiert. Nach dem Piks geht es über den Hof in die Großmarkthalle zur Nachbeobachtung. Die Impfwilligen müssen anschließend noch 30 Minuten vor Ort bleiben. Personal des DRK steht bereit, auch eine ärztliche Leitung ist ständig im Zentrum und könnte in Notfällen helfen. Nach dem Check-out geht es dann wieder nach Hause. Innerhalb von drei Wochen folgt dasselbe Spiel noch einmal. Dann ist eine zweite Impfung notwendig. Eine Woche später sollte der volle Schutz vorhanden sein.

Die Auslastung
Von den sechs möglichen Impfstraßen werden zunächst nur zwei in Betrieb sein, weil es an Impfstoff mangelt. Anfangs werden daher nur etwa zwölf Personen dauerhaft vor Ort sein. Wann aufgestockt werden kann, ist noch unklar und hängt von der Verfügbarkeit des Impfstoffs im Land ab. Theoretisch sind in Lahr bis zu 750 Impfungen pro Tag möglich, anfangs werden es nur 36 sein. Das Impfzentrum wird montags bis freitags öffnen, jeweils viereinhalb Stunden. Zwischen 8 und 12.30 Uhr oder 11 und 16 Uhr sind Impfungen möglich.

Die Ehrenamtlichen
170 Menschen haben sich bereiterklärt, ehrenamtlich im Impfzentrum zu helfen. Viel mehr, als anfangs gebraucht werden. Darüber freut sich Senja Töpfer, Leiterin des städtischen Amts für Soziales, Schulen und Sport. Sie nennt das Bürgerzentrum Treffpunkt Stadtmühle als Anlaufstelle für Ehrenamtliche. Zunächst sollen zwei Ehrenamtliche pro Tag die Impfwilligen begrüßen und gegebenenfalls bei der Prozedur unterstützen. "Für ältere Menschen ist es sinnvoll, eine Begleitperson mitzubringen, aber bitte nicht die ganze Familie", sagt Doris Reinhardt von der Kassenärztlichen Vereinigung. Auch ein Fahrdienst sei möglicherweise eine Option, heißt es vonseiten der Stadt auf BZ-Anfrage. Gleichzeitig appelliert Ibert an Angehörige, wo möglich zu unterstützen.

Die Anmeldung
Von Dienstag, 19. Januar, an sollen Anmeldungen für das Lahrer Impfzentrum möglich sein. Dann werden die Slots für die ersten zehn Wochen freigeschaltet. Bis dahin können Menschen aus Lahr und Region auch versuchen, einen Termin in einem anderen Impfzentrum im Land zu bekommen. Die Vergabe läuft zentral über die Kassenärztliche Vereinigung, weder Stadt noch Landratsamt sind zuständig. Impftermine können online über http://www.impfterminservice.de gebucht werden oder telefonisch unter Tel.  116 117.

Zuerst werden Menschen in Prioritätsstufe 1 geimpft, die älter als 80 Jahre oder besonderen Risiken ausgesetzt sind. Ein entsprechender Nachweis ist Voraussetzung. "Die Impfberechtigung wird immer überprüft", sagt Doris Reinhardt. "Kommen Sie nicht auf Verdacht ins Impfzentrum, sondern nur mit Registrierung", betont sie. Sonst müsse man zur Not auch einen 75-Jährigen heimschicken. Sie bittet noch um etwas Geduld. "Mit 36 Dosen am Tag kann man noch keine Bevölkerung zufriedenstellend impfen."

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