DAS MACHT SCHULE!

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Fr, 16. Oktober 2020

Freiburg

AUSEINANDERSETZUNG

Fenster in die Geschichte

Sollen Bilder von Schulleitern ausgestellt werden, die das NS-Regime unterstützt hatten? Oder sollte man diese Direktorenbilder nicht lieber abhängen? Das fragten sich die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte am Rotteck-Gymnasium, berichtet die Abiturientin Laura Burzacchini.

Anstoß war eine Debatte um das angemessene Erinnern an zwei Direktoren der Jahre 1933 bis 1945. Zwei Jahre dauerte das Projekt der Schüler, sich mit der fast 180-jährigen Geschichte des Rotteck-Gymnasiums auseinanderzusetzen: Angefangen mit Karl von Rotteck und der Frage "Vorreiter der Demokratie und Antisemit?" über die Nazi-Zeit und die Frage, was in einer Schule passiert, wenn es keine Demokratie mehr gibt, bis hin zur 68er Bewegung: mehr Demokratie durch Streik? Um ihre Fragen zu beantworten, waren die Schüler im Stadtarchiv und haben sich Rat von Profis in Museen, bei Historikerinnen und bei Spezialistinnen für Fotografie und Design gesucht, haben Dokumente aus den zwei Jahrhunderten gelesen und am Ende wortwörtlich Geschichte geschrieben: Sie fassten die Jahre in "Zeitfenstern" zusammen und entwarfen eine Dauerausstellung, die nun eröffnet ist. Sie zeigt Fotos und Texte, über QR-Codes können digitale Fenster geöffnet werden, zum Beispiel mit Blick auf eine der ersten Abiturientinnen des Rotteck-Gymnasiums im Jahr 1902: Else Liefmann. "Damit können die "Zeitfenster" weiter wachsen, erklärt Laura Burzacchini, die Schülerinnen und Schüler der nächsten Jahre können daran arbeiten und sich fragen: Was macht Demokratie für mich aus?

SCHULTHEATER

Stück übers Leben

Alles dreht sich um eine einsame Bushaltestelle in der Nacht, um Liebe und Gewalt, um Leben und Tod – und um bissigen Humor und skurrile Figuren: Die zwölfte Klasse der Waldorfschule Wiehre in Freiburg hat das Stück "Haltestelle Geister" von Helmut Krausser aufgeführt. Nach fünf Wochen intensiver Probearbeit mit Regisseurin Veronika Bendiks konnten die Schülerinnen und Schüler vier trotz Corona gut besuchte Vorstellungen auf die Bühne bringen.

AUSZEICHNUNG

Lösungen für Agrar

Waldwirtschaft in Zeiten des Klimawandels und Aquaponik in einer Gärtnerei: Für ihre Jahresarbeiten sind zwei Schüler des Agrarwissenschaftlichen Gymnasiums der Edith-Stein-Schule in Freiburg ausgezeichnet worden: Franca Grundmann und Timo Stratz erhielten jeweils erste Preise und je 500 Euro Preisgeld in einem Wettbewerb für Agrargymnasiasten, den die beiden Landesministerien für Kultus und für Ländlichen Raum ausgerichtet hatten.

Eine Jury aus Fachleuten bewertete die Arbeiten, die Lösungen in der Landwirtschaft im Sinne der Nachhaltigkeit aufzeigen sollen. Zudem gewann die Schülerin Charlotte Grundmann mit einer Arbeit zum Nutzen landwirtschaftlicher Ausgleichsflächen einen mit 100 Euro dotierten Sonderpreis.