Das schwäbische Unternehmen RBS Wave führt von 2021 an die Kläranlage in Sasbach

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Mo, 04. Mai 2020

Sasbach

Keine interkommunale Lösung in Sicht

SASBACH (iwi). Die Kläranlage der Gemeinde Sasbach wird von 2021 an für mindestens fünf Jahre vom schwäbischen Unternehmen RBS Wave geführt. Klärmeister Gerd Friedrich geht zum Jahresende in Rente. Deswegen war das Rathaus auf der Suche nach einem neuen Klärmeister. Eine kommunale Lösung sei nicht möglich oder zu aufwändig, sagte Bürgermeister Jürgen Scheiding in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am Mittwochabend.

Da die Führung der Kläranlage immer komplexer werde, teils Kompetenzen eines Ingenieurs nötig seien, hielt Scheiding die Einstellung eines neuen eigenen Klärmeisters und das Anlernen eines Gemeindemitarbeiters als Urlaubsvertretung für kaum machbar.

Zuerst habe er versucht, eine interkommunale Lösung für das Problem zu finden, sagte Scheiding im Gespräch mit der Badischen Zeitung. Er habe beim Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht wegen eines Klärmeisters, der Sasbach mitbetreut, angefragt. Doch die Personaldecke in der Kläranlage in Forchheim sei dafür zu dünn. Auch eine Zusammenarbeit mit Wyhl, das ebenfalls eine eigene Kläranlage betreibt, sei nicht möglich.

Nun wird RBS Wave, eine Tochterfirma der EnBW, die bereits mehrere Klärwerke betreut und ein Büro am EnBW-Standort in Rheinhausen hat, von 2021 an für den Betrieb verantwortlich sein. RBS managt den Betrieb mit einer ganzen Stelle. Die Gemeinde macht einen Bauhofmitarbeiter fit, damit er in Form einer 30 Prozent-Stelle die Urlaubsvertretung und die ständige Präsenz übernehmen kann. Eine Führung mit der Kompetenz eines Unternehmens wie RBS hielt Scheiding auch für nötig, weil die Gemeinde bei Fehlern im Betrieb strafrechtlich belangt werden könne und damit das Risiko hoch sei.

Die Kosten für RBS seien aber hoch, hieß es im Gemeinderat. Wie hoch sie sind, wollte Scheiding öffentlich nicht preisgeben. Die Kosten erschienen zwar hoch, wenn man sie nur mit dem Gehalt und den Aufwendungen für dem Klärmeister vergleiche, erklärte Scheiding. Was im Stellenplan aber nicht auftauche, und bisher schon nötig war, sei die Vergabe bestimmter Leistungen an ein Ingenieurbüro. Wenn man die Kosten, die bislang über andere Haushaltsposten finanziert wurden, hinzurechne, sei der künftige finanzielle Aufwand nicht deutlich teurer, versicherte Scheiding.