Bildung

Das sind die beiden neuen Schulsozialarbeiterinnen in Schopfheim

Hans-Jürgen Hege

Von Hans-Jürgen Hege

Fr, 02. Oktober 2020 um 08:02 Uhr

Schopfheim

Marlene Öhler und Irina Schmitz sind die neuen Schulsozialarbeiterinnen an der Friedrich-Ebert-Schule und der Max-Metzger-Schule. Für die Stadt wird deren Arbeit an den Einrichtungen immer wichtiger.

Zwei sind gegangen, zwei Neue treten jetzt in ihre Fußstapfen: In einem Pressegespräch wurden die beiden neuen Schulsozialarbeiter Marlene Öhler (Friedrich-Ebert-Schule) und Irina Schmitz (Dr.-Max-Metzger-Schule) offiziell vorgestellt. Fachbereichsleiter Jürgen Sänger erklärte, die Stadt sei "sehr glücklich, zwei so kompetente und erfahrene Mitarbeiterinnen gefunden zu haben". Gewinne die Sozialarbeit an den Schulen doch zunehmend an Bedeutung.

Sänger wies darauf hin, dass die beiden neuen Fachkräfte – wie ihre Vorgänger – nicht Angestellte der Stadt, sondern in Diensten der Jugendhilfe im Diakonischen Werk tätig sind. Die Stadt sei an den Kosten zusammen mit dem Landkreis aber anteilsmäßig beteiligt. Das Land hingegen habe seine Unterstützung mittlerweile "eingefroren". Und der Landkreis sei derzeit ebenfalls nicht bereit oder in der Lage, die mit stets wachsenden Anforderungen auch stets steigenden Kosten mitzutragen, klagte Jürgen Sänger.

Niederschwelliger Zugang für die Kinder

Kompetenz und Erfahrung im Umgang mit (Problem-)Kindern und Jugendlichen sind Voraussetzungen für eine kontinuierlich gute Sozialarbeit an den Schulen. Marlene Öhler und Irina Schmitz sind damit reichlich ausgestattet. Öhler hat sich ihre Sporen unter anderem in der Fachklinik Weitenau verdient, Irina Schmitz begann nach der Ausbildung in Karlsruhe zunächst in der hiesigen Gewerbeschule und wechselte zum neuen Schuljahr in die Max-Metzger-Schule, wo sie aktuell dabei sei, "Barrieren" aus dem Weg zu räumen und den Kindern einen möglichst niederschwelligen Zugang zu ihr zu schaffen, damit sie sich leichter dazu durchringen, sich bei ihr auszuweinen oder ihr Herz auszuschütten.

"Unsere Dienste und die Lösungen, die wir unter anderem bei Streits, bei familiären Problemen mit manchmal dramatischen Folgen, bieten, scheinen gut angenommen zu werden."

Genau darum gehe es in der Schulsozialarbeit, erläuterte Volker Hentschel von der Diakonie "Die Schulsozialarbeiterinnen, die ihren Arbeitsplatz selbstverständlich vorwiegend in den Schulen haben, stehen Schülern, Eltern, Erziehungsberechtigten oder Lehrern einzeln oder in Gruppen bei allen Krisen des täglichen Lebens zur Seite." Sie hätten für jede Art von Problemen ein offenes Ohr und seien dabei selbstverständlich zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Es gäbe bei den Themen keinerlei Grenzen, ganz gleich, ob Ärger mit Freunden, Mobbing unter Mitschülern, Drogen, Krankheiten und Todesfälle in den Familien oder Suizid-Absichten. Alles werde mit den Jugendlichen besprochen, oft mit den Schulen abgestimmt – in Schülercafés, im Rahmen von Sozialkompetenztrainings, in "Friedensstifter"-Teams oder in Gruppen wie der FES-Gruppe "Nix wie raus", die 2019 für ihre außergewöhnlichen Erfolge vom Land prämiert wurde.

Hoffen auf ein Umdenken bei Land und Landkreis

Auch wenn die Erfolge der Schulsozialarbeit oft nicht messbar seien, werde ihr Wirken allseits geschätzt. "Unsere Dienste und die Lösungen, die wir unter anderem bei Streits, bei familiären Problemen mit manchmal dramatischen Folgen, bieten, scheinen gut angenommen zu werden", glaubt Volker Hentschel.

Marlene Öhler ist davon überzeugt, dass sie und ihre Mitstreiter mit ihrer Arbeit rechtzeitig Entwicklungen beeinflussen können, die ohne ihr Zutun "vielleicht erst in späteren Jahren, nach der Schulzeit, in Lehre oder Beruf" unerwünschte Folgen zeigen könnten.

In der Stadt Schopfheim habe das der Gemeinderat mit seiner Entscheidung, die seit über 13 Jahren praktizierte Schulsozialarbeit fortzuführen und zu fördern, erkannt. Leider seien die Hilfen des Landkreises und des Landes derzeit aus finanziellen Gründen auf Eis gelegt, ärgerte sich Fachbereichsleiter Sänger. Er hofft aber, dass die Verantwortlichen an den entsprechenden Stellen ihre Haltung revidieren, zumal etwa der Landkreis ganz allgemein der Jugendarbeit große Bedeutung beimesse.

Ein Zurückschrauben habe in Schopfheim nie zur Diskussion gestanden. Jürgen Sänger erinnerte daran, dass die Stadt und der Gemeinderat regelmäßig in Info-Runden über die Sozialarbeit auf dem Laufenden gehalten werden.