Kampf gegen Covid

Das sind die neuen Corona-Regeln für Baden-Württemberg im Detail

Thomas Steiner

Von Thomas Steiner

Mi, 15. September 2021 um 18:41 Uhr

Südwest

Die neue Corona-Verordnung regelt die Maßnahmen gegen die Pandemie nach zwei neuen Schwellenwerten. Und sie bringt Einschränkungen vor allem für Ungeimpfte. Ein Überblick.

Was sind jetzt die zwei entscheidenden Werte?
Der erste ist die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz. Das ist die Zahl der binnen der vergangenen sieben Tage mit Covid-19 ins Krankenhaus aufgenommenen Patienten. Ähnlich wie bei der bisher benutzten Inzidenz der Neuinfektionen wird die Zahl dieser Patienten auf 100.000 Menschen umgerechnet. Die Hospitalisierungsinzidenz gibt also nicht an, wie viele Menschen tatsächlich mit Covid-19 in Kliniken kamen.



Beim zweiten Wert ist das anders. In der Verordnung wird er als "Auslastung der landesweit verfügbaren Intensivbettenplätze mit Covid-19-Patientinnen und -Patienten" bezeichnet. Dabei ist der Begriff "Auslastung" irreführend – das wäre der Anteil (in Prozent) der Covid-19-Patienten an allen Intensivpatienten. Tatsächlich wird die absolute Zahl von Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen im Land am jeweiligen Tag angegeben.



Wie heißen die neuen Pandemie-Stufen?
In der "Basisstufe" gelten wie bisher die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln sowie die Maskenpflicht etwa in Läden. Außerdem gilt für viele Lebensbereiche die 3G-Regel (Zutritt nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete). Die weiteren Stufen sind die "Warnstufe" und die "Alarmstufe". Sie werden erreicht, wenn bestimmte Schwellen überschreiten. Dabei muss nur eine der Kennzahlen überschritten werden. Die Warnstufe wird erreicht, wenn die Hospitalisierungsinzidenz 8 oder mehr beträgt oder die Zahl der Covid-19-Patienten 250 oder mehr.

Die Alarmstufe wird erreicht, wenn die Inzidenz 12 oder mehr beträgt oder die Patientenzahl 390 oder mehr. Die Hospitalisierungsinzidenz muss dabei fünf Werktage in Folge auf oder über dem jeweiligen Wert liegen, die Patientenzahl zwei. Für die Rückkehr zur niedrigeren Stufe müssen die Werte fünf Werktage in Folge unterschritten werden.

Was gilt auf den jeweiligen Stufen?
In der Basisstufe gilt für viele Lebensbereiche (siehe Grafik) weiter die 3G-Regel: Zutritt zu geschlossenen Räumen haben Geimpfte, Genesene und Getestete. Wobei als getestet meist auch gilt, wer einen Schnelltest gemacht hat und negativ war. In der Warnstufe gilt dann die 3G-Regel mit PCR-Pflicht: Getestet ist nur, wer einen PCR-Test gemacht hat.

Wird die Alarmstufe erreicht, werden Ungeimpfte von vielen Bereichen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen. Es gilt dann die 2G-Regel: Zutritt etwa zu Restaurants haben nur Geimpfte und Genesene. Auch für private Zusammenkünfte von Ungeimpften gelten Einschränkungen.

Was ist mit Kindern und Jugendlichen?
Kinder können sich derzeit nicht impfen lassen, Jugendliche von 12 bis 17 haben erst seit Kurzem die Möglichkeit. Sie werden deshalb von Einschränkungen ausgenommen. Kinder unter sechs erhalten ohne Test den Zugang zu allen Lebensbereichen. Schülerinnen und Schüler, die ja in der Schule regelmäßig getestet werden, müssen ihren Status als Schüler nachweisen. In beiden Fällen gilt, dass die Person keine Covid-19-Symptome haben darf.

Was ist mit Menschen, die sich nicht impfen lassen können?
Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, erhalten nach Vorlage eines negativen Schnelltests auch in der Warn- und der Alarmstufe Zugang zu den betroffenen Lebensbereichen.

Was gilt in Diskotheken?
Weil sich die Besucher in Diskos besonders nahe kommen, gilt hier eine Ausnahme von den Ausnahmen: Schülerinnen und Schüler haben genauso wie nicht impffähige Personen in der Warn- und in der Alarmstufe keinen Zugang.

Corona-Regeln
Neue Coronaregeln ab 16. September 2021: Die Grafik als pdf zum Download

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