Überblick

Das sind die Wahlergebnisse im Kanton Basel-Stadt

sda

Von sda

Mo, 26. Oktober 2020 um 09:32 Uhr

Basel

Grüne und Grünliberale sind die Sieger der Basler Großratswahlen. Bei der Wahl der Exekutiven ist Rot-Grün aber in Bedrängnis. Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann erhält eine Klatsche.

Das Grüne Bündnis und die Grünliberalen gehen gemäß Schlussresultat als große Sieger der baselstädtischen Großratswahlen hervor. Markante Sitzverluste müssen SVP, SP und die FDP hinnehmen. Die SP bleibt mit 30 Sitzen mit Abstand die stärkste Partei im Großen Rat. Sie verliert gegenüber den letzten Großratwahlen 2016 aber 4 Sitze.

Das Grüne Bündnis kann sich mit 18 Sitzen (+4) neu als zweitstärkste Fraktion positionieren. Mit einem Gewinn von 4 Sitzen sind die Grünliberalen verhältnismäßig die größten Sieger der Wahlen. Sie können ihre Sitze auf 8 verdoppeln und erreichen dadurch wieder Fraktionsstärke. Zu den größten Verliererinnen zählen SVP und FDP. Die SVP muss einen Verlust von 4 Sitzen hinnehmen und rutscht als einstig stärkste bürgerliche Fraktion mit 11 Sitzen auf Platz vier im Großen Rat zurück. Die FDP verliert 3 Sitze und muss sich mit 7 Sitzen hinter den Grünliberalen platzieren.

Wahlbeteiligung steigt

Mit 7 Sitzen bleibt die CVP kräftemäßig stabil. Die baselspezifische LDP konnte ihren Erfolgskurs von 2016 nicht mehr fortsetzen. Mit unverändert 14 Sitzen stellt sie aber neu die stärkste bürgerliche Fraktion im Großen Rat. Zulegen konnte dank dem neuen Wahlgesetz, das den Kleinparteien wieder Sitzgewinne beschert, die EVP, die ihre Vertretung im Großen Rat um 2 auf 3 Sitze erhöhen konnte. Wieder in den Großen Rat Einzug nehmen wird auch der Rechtsaußen-Politiker Eric Weber, der im Wahlkreis Kleinbasel einen Sitz gewann. Die Wahlbeteiligung bei den Großratswahlen lag bei 43,5 Prozent. Das ist 1,8 Prozent mehr als bei den Wahlen vor vier Jahren.

Wahl zum Regierungsrat

Rot-Grün ist bei den Gesamterneuerungswahlen im Kanton Basel-Stadt bei den Regierungsratswahlen in Bedrängnis geraten: Beim ersten Wahlgang für die Exekutive wurde die grüne Regierungspräsidentin abgestraft. Bei den Großratswahlen konnte Links-Grün wegen Gewinnen des Grünen Bündnisses den Sitzanteil halten. Für die größte Überraschung sorgte im ersten Wahlgang in den Regierungsrat das gute Abschneiden der bürgerlichen LDP-Kandidatin und Quereinsteigerin Stephanie Eymann. Die erst seit kurzer Zeit in Basel lebende Leiterin der Baselbieter Verkehrspolizei verpasste im traditionell rot-grünen Basel im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit um gerade mal 79 Stimmen.

Klatsche für Ackermann

Eine regelrechte Klatsche musste die bisherige Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann (Grüne) hinnehmen - obwohl ihre Fraktion bei den Parlamentswahlen mit einem Plus von vier Sitzen zu den großen Gewinnerinnen gehörte. Sie landete im ersten Wahlgang für den siebenköpfigen Regierungsrat abgeschlagen auf Platz Neun. Ackermann wurde gar von der Herausforderin der GLP, Esther Keller, geschlagen. Definitiv gewählt wurden im ersten Wahlgang in die Regierung eine Vertreterin und ein Vertreter der SP sowie zwei bürgerliche bisherige Regierungsräte von LDP und CVP - darunter Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger, der als Vorsteher der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren in den nationalen Schlagzeilen omnipräsent war.

In den zweiten Wahlgang muss auch der bisherige Justiz- und Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP). Seine Partei gehörte auch bei den Großratswahlen zu den großen Verliererinnen. Das starke Ergebnis der SP bei den Parlamentswahlen spiegelt sich auch im Spitzenresultat der SP-Finanzdirektorin Tanja Soland wider. Die SP, die in der Regierung gleich zwei ihrer Sitze wieder besetzen musste, brachte mit Nationalrat Beat Jans noch einen weiteren Kandidaten in der ersten Runde durch. Der dritte Kandidat, Kaspar Sutter, muss in den zweiten Wahlgang.