Mit Gewinn leben

Das Währungsrisiko bei ETF muss Anleger nicht schrecken

Karin Baur

Von Karin Baur

Sa, 14. Mai 2022 um 14:00 Uhr

Wirtschaft

Wer Geld in weltweit anlegende Aktien-ETF investiert, muss mit einem gewissen Währungsrisiko leben. Eine Absicherung dagegen ist unnötig. Warum, erklärt Karin Baur von der Stiftung Warentest.

Zurzeit kostet ein Euro knapp über einen Dollar. Es gab für einen Euro auch schon mal 1,60 Dollar, doch das ist eine Weile her. Seitdem ging es teils kräftig auf und ab. Kein Wunder, dass manche Anleger das Währungsrisiko in ihrer Geldanlage gerne ausgeschaltet hätten. Es existiert für alle, die einen weltweit anlegenden Aktien-ETF gekauft haben. Der Weltaktienindex MSCI World, ein beliebter Basiswert für die börsengehandelten Fonds, besteht zu rund zwei Dritteln aus amerikanischen Aktien. Und die werden in Dollar gehandelt. Steigt der Dollar, steigt für einen hiesigen Anleger automatisch der Wert der Aktie in Euro. Fällt der Dollar, sind US-Aktien in Euro weniger wert. Doch eine Absicherung kostet Geld – und unnötig ist sie auch. Steigende und sinkende Phasen gleichen sich über die Jahre aus, mal steigt der Euro, mal der Dollar. Oft werden Währungseffekte außerdem von den Entwicklungen der Aktienmärkte überlagert, zumindest längerfristig. Kurzfristig sieht es ein wenig anders aus, doch für Anlagezeiträume von drei, vier Jahren sollte man ohnehin keine Aktien kaufen.
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Viele Anleger meiden aus Angst vor Währungsschwankungen auch Fonds, deren Anteile in Dollar notieren. Doch das müssen sie nicht. Für das Währungsrisiko ist entscheidend, in welche Papiere das Geld fließt, die Währung des Fonds selbst spielt keine Rolle. Der Fondsanbieter rechnet zwar in Dollar ab, das Geld der Anleger bleibt dort jedoch nicht liegen, sondern wird sofort in Aktien getauscht. Ein Beispiel: Angenommen, ein ETF investiert in Aktien aus Euroland. Seine Fondsanteile notieren zwar in Dollar, doch das Geld der Anleger fließt in Aktien, die auf Euro lauten. Der Beispiel-ETF birgt darum kein Währungsrisiko.
Karin Baur ist Redakteurin für Geldanlage und Altersvorsorge bei der Stiftung Warentest. Internet: http://www.test.de/waehrungsrisiken