Freiburger Festival

Das ZMF startet am Mittwoch – und kämpft mit steigenden Kosten

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Di, 16. Juli 2019 um 19:56 Uhr

Mundenhof

Nach der Vorpremiere am Montag startet am Mittwoch die 37. Spielzeit des Zelt-Musik-Festivals offiziell. Gestiegene Koste machten dem ZMF jedoch zu Schaffen, sagt Geschäftsführer Oßwald.

Nach der Vorpremiere am Montagabend mit Jazzer Kamasi Washington startet das Zelt-Musik-Festival an diesem Mittwoch nun auch offiziell in seine 37. Saison. Rund 40.000 Tickets sind für die Konzerte bereits verkauft worden – in etwa so viele wie im Vorjahres-Vorverkauf. "Wir werden kein Rekord-ZMF erleben, aber ein sehr gut besuchtes Festival", sagt Geschäftsführer Marc Oßwald. Steigende Kosten machen den ZMF-Organisatoren jedoch zu schaffen.

Fünf Konzerte sind bislang ausverkauft: Niedeckens BAP, Dieter Thomas Kuhn, Feine Sahne Fischfilet im Zirkuszelt sowie John-Butler-Trio und Bukahara im Spiegelzelt. "Wir haben in den letzten Tagen noch viele Tickets abgesetzt", berichtet Festivalmacher Marc Oßwald.

Gesamtbudget des Festivals liegt bei 2,5 Millionen Euro

Er sieht zwei mögliche Gründe für den späten Run auf Eintrittskarten: Die Nachfrage zog an, als bekannt wurde, dass im Zirkuszelt erstmals eine Klimaanlage installiert wird. Die zweite Erklärung: Das ZMF verjüngt sich – jüngere Konzertbesucher entscheiden sich offenbar später zum Ticketkauf, so Oßwald. Die Kartenpreise liegen zwischen 7 Euro für die Vorstellungen im Spiegelzelt für Kinder und bis zu 87 Euro für den Auftritt von Loreena McKennit.

Das Gesamtbudget des Festivals liegt bei 2,5 Millionen Euro, wie Marc Oßwald berichtet. Der Zuschuss von Stadt und Land liegt bei 100.000 Euro: Das Land habe seine Finanzspritze vor einigen Jahren um ein Drittel gekürzt, der städtische ZMF-Beitrag sei seit 2007 unverändert geblieben. Die Kosten würden jedoch immer weiter steigen – diese könnten auch nicht einfach auf die Eintrittspreise umgelegt werden. "Wenn die Festivalkultur erhalten werden soll, muss in absehbarer Zeit von Stadt und Land mehr kommen", so Marc Oßwald im Pressegespräch.

Für Chick Corea gibt’s noch Tickets

Mit Kamasi Washington hatten die Festivalmacher am Montagabend vorab einen Hochkaräter auf die Bühne im Zirkuszelt geschickt. Die 800 Zuhörer waren begeistert – aber das Konzert war längst nicht ausverkauft: "Natürlich hat der Abend die Kosten nicht eingespielt", so Oßwald. Auch für Jazzlegende Chick Corea, der am Donnerstag kommt, gibt es noch Tickets. Dennoch könne das ZMF mit Acts für das jüngere Publikum punkten – etwa mit der Band Foals, die eben beim Glastonbury-Festival in England für Furore gesorgt habe, wie Programmmacher Alex Hässler berichtet.

Zum ZMF gehören weiter auch Umsonstkonzerte und die Actionbühne. Und die Philharmonische ZMF-Gala. Unter dem Titel "La Fiesta" hat Festivalgründer Alexander Heisler wieder jede Menge Künstlerinnen und Künstler versammelt. Heisler, frisch gebackener Siebzigjähriger, brennt wie eh und je. Der ZMF-Ehrenpreis soll in diesem Jahr an Helge Schneider gehen – der habe sein Kommen zugesagt. Der Musiker plage sich aber derzeit mit Gallenproblemen herum – Alexander Heisler hofft, dass Schneider gesund genug für die Reise nach Freiburg ist. Hinter den Kulissen wird für alle Fälle an einem Plan B gearbeitet.